02.11.2015

Review: Ash Vs. Evil Dead - "El Jefe"


Halloween -  das Fest der Liebe - hat mir nicht nur einen fiesen Kater, sondern auch ein Revival der "groovigen" Art beschert.
Nach einer 22 jährigen Durststrecke wurden die Gebete der Tanz der Teufel-Jünger endlich erhört, und Sam Raimi hat seinen einhändigen Prügelknaben Ash Williams wieder in den Kampf gegen die Deadites geschickt. Dieses Mal im Fernsehen, in Farbe und Bunt! Und gut.

Obwohl in den letzten 20 Jahren einige Comics und ein paar Videospiele die Welt von Ash und seinen Tanzbein schwingenden Teufeln erweitern sollten, fiel das Ergebnis immer recht flach. Bruce Campbell hat Ash zwar in dem Games selbst eingesprochen, doch nichts ging bisher über das Original.
Das Remake von 2013 war zwar auch ganz nett, aber was soll man mit einem Remake, das zwar peferkte anfassbare Effekte und eine tolle Optik hat, aber trotzem keinen Bruce (fucking) Campbell? 

Jetzt ist Ash endlich zurück! Er ist zurück mit dem gleichen Marx Brothers-Humor, den dummen Sprüchen, dem vielen Blut, all seiner Tollpatschigkeit, seinem Boomstick und seiner Kettensäge! Auf den ersten Blick ist alles noch beim Alten, keine Panik!
Wirklich alles beim Alten? Na ja, sagen wir mal "fast". Manches ist sogar etwas besser geworden.
Der Aufhänger der Serie ist noch der selbe wie früher: Durch eine grobe Fahrlässigkeit verliest Ash Zeilen aus dem Nekronomicon und erweckt damit Dämonen aus der Hölle, die alles andere als nette Zeitgenossen sind. ("Fuuuuuuck.")

Was meine ich mit besser? Die Technik? Nicht unbedingt. Gore gibt es zwar, doch dieser wurde mit CGI erweitert. Es gibt Leute die so etwas stört, Ich finde es gibt Schlimmeres.
Was ich "besser" finde ist die Bandbreite an Charakteren. Bruce Campbell einen 85 minütigen Film fast allein stämmen zu lassen ist eine Sache. Bei einer Fernsehserie muss der Gute schon etwas mehr Support haben.
Die Vielfältigkeit der Charaktere ist mir am positivsten aufgefallen. Neben dem weißen Typen haben wir plötzlich einen Lateinamerikaner (Ray), eine Lateinamrikanerin (Dana), eine schwarze Frau (Jill) und Xena (Lucy Lawless [spielt natürlich nicht Xena ;)]). 
Gleich drei weibliche Figuren, die (zumindest bisher) nicht auf ihr Geschlecht reduziert wurden und anscheinend als echte Charaktere funktionieren. Wer hätte gedacht, dass sowas geht? Ähnliches ist mir auch schon im Remake von Evil Dead (und Drag me to Hell) aufgefallen. Leider haben wir in der ersten Folge zwei Mal eine etwas lahme Damsel in Distress Situation (was nicht hätte sein müssen), aber ich hoffe, dass das mit der Charakter-Entwicklung zu tun hat und sich geben wird.

Der generelle Ton und Look der ersten Folge hat jedenfalls direkt gesessen. Ash Vs. Evil Dead drückt an den richtigen Stellen auf die Nostalgie-Drüse, ohne sich zu sehr in alten Schemata zu verrennen. Die Tanz der Teufel-Reihe hat es in die Moderne geschafft, ohne an Charme zu verlieren. Wie oben bereits erwähnt kommt auch der gewohnte Gore nicht zu kurz.
Das Konzept einer Evil Dead-Fortsetzung im Fernsehen hätte zu keinem besseren Zeitpunkt kommen können. Studios haben mittlerweile kein Interesse mehr daran Filme, in denen geflucht wird und alte Zombie-Damen den Kopf verlieren, nur an Erwachsene vermarkten zu können. Das Fernsehen ist mittlerweile das progressivere Medium.

Die erste Staffel von Ash Vs. Evil Dead besteht aus einem 45 minütigen Pilot und neun 20 Minütigen Episoden. Wenn man das zusammenzählt kommt man also auf eine 3 3/4 stündige Fortsetzung von Armee der Finsternis. So wie es nach dem Pilot aussiehtt, hat sich das Warten jetzt schon gelohnt. Sam Raimi saß für den Pilot wieder im Registuhl und hat sich richtig ausgetobt, Bruce Campbell spielt Ash noch genauso schön doof wie früher und man merkt einfach, wie viel Spaß alle beim Dreh gehabt haben müssen. Der Spaß springt auf den Zuschauer über.
Es wird sogar noch besser: Starz hat schon, vier Tage vor der Ausstrahlung der ersten Folge, die zweite Staffel geordert.
Ein deutscher Sender hat soweit ich weiß noch keine Ausstrahlungsrechte erstanden.

Fans der alten Filme werden so oder so in die Serie reinschauen - so viel ist schonmal klar.
Wer noch keinen der Tanz der Teufel-Streifen gesehen hat, sollte trotzdem mal einen Blick wagen. In der Pilotfolge wird genug erklärt, um auch als nicht-Fan einsteigen zu können.

Für den Pilot gebe ich 8,5 von 10 rostigen Kättensägen. Schon sehr gut, kann aber bestimmt noch mehr. Wir sprechen uns nochmal nach dem Finale.

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