25.09.2015

Prometheus 2 heißt jetzt "Alien: Paradise Lost"

[Prometheus 2 is] fresh” and “getting away from gods and dragons and shit. If I see one more dragon I’m going to shoot myself. Stop the dragons.” Rather than a dragon, Scott describes his original Alien as “the definitive dragon and he’s a motherf . . ker. The alien’s real which is why it’s probably one of the scariest monsters in film history,” Scott says. “So with Prometheus 2 what I’m trying to do is reintroduce a fresher form of alien in the third act.” The Prometheus “baby” alien was, he concedes, “awfully close to the alien” that tormented Sigourney Weaver. His next one promises to be very different. via

So äußerte sich Ridley Scott noch vor einem Jahr über sein Sequel zu Prometheus. Mit seinem (Nicht-)Alien-Prequel kehrte Scott 2012 zurück in die Welt, die er 1979 mit Alien zum ersten Mal betrat. Schon vor der Veröffentlichung von "Promtheus - Dunkle Zeichen" machte der Regiesseur klar, dass sein damals neuester Film zwar im gleichen Universum wie Alien spielen sollte, jedoch nicht als Prequel, sondern eher als eigenständiges Epos anzusehen sei. Dabei bagann Prometheus dem ursprünglichen Drehbuch nach als klares Alien-Prequel mit Xenomorphs, und war sogar auf dem Planeten LV-426 angesiedelt. Zumindest bis Scott LOST Autor Damon Lindelof an Board holte, um (fast) alles, das mit den original Aliens zu tun hatte, rausschreiben zu lassen.

Aus diesem Hin und Her wird klar, dass Ridley Scott seit eh und je versucht, von den eigentlichen Aliens weg zu kommen. Siehe dazu auch das Zitat oben.
Warum macht man nun also eine derartige Kehrtwendung und ändert den Namen der Prometheus Fortsetzung von ursprünglich "Paradise" zu "Alien: Paradise Lost"? Die einfachste Antwort: Marketing. So muss man den "normalo Kinogängern" zumindest nicht extra erklären, dass "Paradise" die Fortsetzung von Prometheus ist, und zusätzlich im Alien-Universum spielt.

Egal ob es nun Scotts Idee oder die des Studios war, das "ALIEN" mit an den neuen Titel zu klatschen: In Scott's Kopf dürfte es einige künstlerische Drehungen und Wendungen geben, mit denen er diese Entscheidung rechtfertigt.
Was ich einfach interessant an Ridley Scott's Äußerungen finde ist, wie wirr manches aus dem Mund dieses Mannes zu purzeln scheint. Es wirkt irgendwie widersprüchlich, wenn der Regisseur einerseits von "Drachen" weg will und sein nächster Film wieder das Wort "Alien" im Titel trägt. (Ja, er nennt die Aliens Drachen, kein Plan warum. Muss so sein wie mit George Lucas, der Lichtschwerter - zu Englisch "Lightsaber" - in Interviews dauernd "Laserswords" nennt. *schüttel*)

Auch kurios ist an "getting away from gods and dragons and shit" ist, dass der nächste Prometheus dann "Paradise Lost" heißt. Dieser Titel stammt von John Milton's gleichnamigen Gedicht, welches von Satan und seinem Gefolge handelt, das nach der Revolte gegen Gott in die Hölle verbannt wird und da ein eigenes Clubhaus aufmacht. Unreligiöser geht's ja kaum noch! Getting away from gods and dragons and shit, my ass! Nicht falsch verstehen: Ich mag den Titel... irgendwie. Von einem gweissen Blickwinkel aus verspricht "Paradise Lost" bestimmt interessante Motive und Ideen. Genauso gut kann bei dem Titel aber auch sehr viel prätentiöser Tinnef herauskommen. Das hängt alles davon ab, wie der eigentliche Film ausfallen wird.

Vor wenigen Tagen hat Scott dann auch noch diese Aussage rausgehauen:
Der ganze Sinn besteht darin, das Alien-Franchise und das Wie und Warum der Erschaffung des Aliens zu erklären. Ich sah den Alien immer als eine Art der biologischen Kriegsführung. Für mich ist das ursprüngliche Raumschiff, das ich als Croissant bezeichne, ein Kriegsschiff, der diese biomechanoiden Kreaturen enthält, denen es nur um Zerstörung geht.via
Will ich das ganze Franchise erklärt beommen? Eigentlich nicht. Ridley Scott scheint einer der Menschen zu sein, die nie genug vom Warum-Fragen bekommen. Vielleicht bin ich zu zynisch oder zu postmodern eigestellt, aber ich muss nicht wissen wo all der Kram herkommt, den ich mag. 

Irgendwas schein der Mann jedenfalls geplant zu haben. Ob es am Ende alles Sinn macht, oder ob Ridley Scott sich den Teller zu voll packt und momentan am größten Prequel-Fuckup seit "Attack of the Clones" arbeitet, werden wir frühestens mit der Veröffentlichung von "Alien: Paradise Lost" oder spätestens am vierten oder fünften Prometheus Film sehen. Wenn Scott nicht vorher tot aus dem Registuhl fällt, oder sich beim Anblick des ihm vielleicht aufgezwungenen "Drachen" in den Kopf schießt.

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