05.12.2012

Leseliste: die Triple-Geek Erstausgabe

Wie angekündigt soll es auf der Brainbar in Zukunft mehr Rezensionen geben. Die "Leseliste" ist ein erster Schritt dahin. In dieser Rubrik möchte ich ab jetzt immer mal wieder drei Bücher in Kurzrezensionen vorstellen. Es handelt sich dabei nicht um neue, aktuell erschienene Bücher, sondern schlicht und einfach um den wilden Mix, den ich privat lese. Wild gemixt sollen die Rezensionen allerdings nicht erscheinen, vielmehr möchte ich jeder Leseliste (wenn eben möglich) ein Thema geben. Der Titel "Triple-Geek Erstausgabe" sollte deutlich machen, was heute unser Thema ist. Dann mal los.

1. Zombie Spaceship Wasteland - Patton Oswalt
Erschienen 2011 bei Scribner, keine deutsche Ausgabe
Patton Oswalt ist vor allem durch seine Rolle als Spencer in King Of Queens oder als Sprecher der Maus Remy in Ratatouille bekannt. Was er aber besonders gut kann und wofür er definitiv bekannter sein sollte,  sind seine Stand Up Programme und jetzt auch sein Buch.
Zombie Spaceship Wasteland ist eine lose Ansammlung von allen möglichen Texformen: kurze, autobiographischen Geschichten, ein episches Gedicht über einen verlorenen D&D Character, ein Comic, Theaterszenen, Drehbuchauszüge, Speisekarten, falsche Zeitschriftenartikel und vieles, vieles mehr machen das Buch vor allem abwechslungsreich. Angeordnet sind die Texte auf einem Spektrum von total bescheuert bis hin zu ernst und einsichtsvoll. Viel Witz, Intelligenz, Stilsicherheit in allen Bereichen und Oswalts überall spürbare Persönlichkeit halten das Buch zusammen.

Fazit: Patton Oswalt scheint von gleich mehreren Musen geküsst zu sein. Sein autobiographisches Erstlingswerk ist für jeden Geek mit literarischem Einschlag lesenswert und dürfte hier und da für mehr als ein Schmunzeln sorgen.


2. Night Of The Living Trekkies - Kevin David Anderson u. Sam Stall
Erschienen 2010 bei Quirk Fiction, deutsche Ausgabe "Die Nacht der Lebenden Trekkies" 2011 im Heyne Verlag
Die Handlung dieses Bizarro Fiction Romans ist schnell erzählt: Als sich auf einer Star Trek Convention ein Zombie Virus ausbreitet, müssen Chris Pine und seine "Crew" ums Überleben kämpfen. Dabei stehen ihnen nicht nur eine Masse aus miteinander zu einem Hivemind verschmolzenen Mutanten-Zombies im Weg, sondern auch ganz menschliche Probleme.
Action, viele Insider Witze, ein glücklicherweise unschmalziges Love Interest und viel, viel Blut und Gedärme sorgen dafür, dass die 253 Seiten wie im Flug vergehen. Nicht besonders tiefgründig, dafür aber eben unterhaltsam und als Geek Lektüre für Nebenbei völlig akzeptabel. Große literarische Sprünge macht das Ganze nicht, aber wir bewegen uns weit über Twilight Niveau (was an sich nicht schwer ist...).

Fazit: Night Of The Living Trekkies ist eine liebevolle Parodie für Star Trek Fans mit einem Herz für Mutanten Zombies und Gore. Wer sich angesprochen fühlt, wird seine Freude an dem Buch haben.


3. Shadows over Bakerstreet, New Tales Of Terror - Edited by Michael Reaves and John Pelan
Erschienen 2003 bei Del Ray Books, deutsche Ausgabe "Sherlock Holmes - Schatten über Bakerstreet, Mörderjagt in Lovecraft Welten" 2005 bei Bastei Lübbe.
Der Titel sagt alles. In Shadows over Bakerstreet findet der geneigte Sherlock Holmes und Lovecraft Fan 18 Kurzgeschichten, die zwei augenscheinlich sehr unterschiedliche Literatur Klassiker kombinieren. Unter den Autoren finden sich so bekannte Namen wie Neil Gaiman, Barbara Hambly, Richard Lupoff und viele mehr, die ich wahrscheinlich kennen sollte.
Sherlock Holmes in der Welt von H.P. Lovecraft ermitteln zu lassen funktioniert nicht in jeder der hier enthaltenen Geschichten wirklich gut, das liegt aber eher an der Kompetenz der Schriftsteller, als an der Kombination selbst. Im Nebel des viktorianischen London, in der Einöde Schottlands oder an den wilden britischen Küsten sind The Elders nicht weit und der Konflikt zwischen logisch-weltlichem Holmes und mystischen Phänomenen ist spannend. Aber nicht nur Holmes, auch ein paar bekannte Nebencharaktere erleben wir im Kampf oder in Liason mit den dunklen Mächten.

Fazit: Wie bei jeder Kurzgeschichtensammlung ist nicht alles gleich spannend und qualitativ hochwertig. Insgesamt sind die hier enthaltenen Geschichten jedoch absolut leseswert. Aber eben nur, wenn man sich mit Sherlock Holmes und Lovecraft auskennt. Nicht-Eingeweihte sollten die Großen Alten lieber ruhen lassen und an der Hausnummer 221 b einfach vorbeigehen.


Und damit endet die erste Brainbar Leseliste. Wer jetzt Angst hat, dass ich hier in Zukunft nur derartige Lobeshymnen singen werde, der irrt. Für diese Triple-Geek Erstausgabe habe ich ganz bewusst gute Bücher ausgewählt, da ja bald Weihnachten ist und der eine oder andere vielleicht eine Geschenkidee braucht. Erheiternd verrissen wird beim nächsten Mal. Versprochen ;)

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