24.08.2012

Comicreview: Chew - Bulle mit Biss! 1 - Leichenschmaus

Titel: Chew - Bulle mit Biss! 1 - Leichenschmaus
Autoren: John Layman (Story) / Rob Guillory (Zeichnungen/Farben)
Verlag: Cross Cult
Veröffentlichung: bereits erhältlich
Format: A5, 128 Seiten, Farbe
Preis: 16,80€
Leseprobe: Crosscult
Erhältlich bei: Cross Cult / Amazon

Auf leerem Magen arbeiten ist die Hölle. Zu voll vom Esstisch aufzustehen kann aber auch nerven. Wenn man allerdings derartige Probleme mit der Nahrungsaufnahme hat wie Tony Chu, kann man sich glücklich schätzen, dass gelegentliches Hungerleiden oder sporadische Überfressung zu den einzigen kulinarischen Problemen zählen, die man so hat. Tony Chu schmeckt einfach kein Essen der Welt gut bzw. kaum etwas. Das liegt nicht daran, dass er pingelig oder besonders wählerisch ist - nein - er schmeckt einfach alles und noch viel mehr als ihm lieb ist: Wenn beispielsweise ein Koch sich nach dem Toilettengang nicht die Hände gewaschen hat, könnte Tony genauso gut aus der Toilette essen. Daraus resultiert, dass Chu ständig hungern muss. Diese "Gabe" nennt sich "Cibopathie" und ist besonders selten. Sie ist so selten, dass Tony von seinem Job als gewöhnlicher Cop abkommandiert wird um bei der FDA (Behörde für Arznei- und Nahrungsmittel) eingesetzt zu werden. Dort hat man nämlich spitz gekriegt, dass Tony seinen letzten Fall lösen konnte, indem ein Blutstropfen eines Mordverdächtigen in seinen Mund geraten ist und er so die bittere Wahrheit zu schmecken bekommen hat. [Den Witz konnte ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen.] Nun ist er Teil einer Spezialeinheit in der er um Fälle zu lösen Beweismittel verköstigen darf, egal wie lange die nun schon in der Asservatenkammer gelegen haben - Leichenteile inklusive.

Die Story von Chew klingt ziemlich ekelig und bitter und könnte glatt als abgedrehter Psychothriller nach Marke "Sieben" von David Fincher aufgefasst werden, wäre da nicht die gesunde Portion an schwarzem Humor, die der Autor John Layman mit einfliessen lässt. Der Humor schlägt dabei teilweise Wege ein, wie man sie sonst nur in makabaren Horrorstories erwarten würde. Dieser fiese Witz mischt sich extrem gut mit der zugrundliegenden Cop-Story, sodass es sich nicht wie eine künstlich zusammengesponnene Ansammlung von Klischees anfühlt. Die recht organische Mixtur verschiedener Genres wird durch Rob Guillory's cartoon-haften Zeichenstil sehr gut auf ein Niveau gehoben, das einem das Gefühl gibt, man würde eine Samstagmorgen-Zeichentrickserie für Erwachsene gucken.

Mit dem ersten Band von "Chew" ist dem Team Layman-Guillory ein spannender, extrem komischer und kranker Mix aus Krimi, Horror und Comedy gelungen, der nicht umsonst bereits einen Eisner-Award für die "Beste Neue Serie 2011" gewonnen hat."Chew" vereinigt so viele Zutaten, dass für jeden was dabei sein sollte, das ihm schmeckt.

8,5 von 10

Bei Cross Cult sind bisher 4 Bände von "Chew" erschienen und der fünfte Band soll im November rauskommen. Entsprechende Leseproben findet ihr hier und bestellen könnt ihr die Bände z.B. bei CrossCult im Onlineshop. Danke an CrossCult für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

1 Kommentar:

  1. Fand den auch ganz nett, allerdings eben auch nur das: "nett". Von der Idee hatte ich mir mehr versprochen. Mehr Witz, mehr Substanz, mehr.. "Mehr". Kann es leider gar nicht so genau definieern.

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