10.08.2012

Buchrezension: Shatnerquake von Jeff Burk

"Oh Scheiße", schrie jemand. "Captain Kirk hat ein Lichtschwert!"
Dieses Zitat aus Jeff Burks Bizarro Fiction Roman Shatnerquake beschreibt den Ton und den Inhalt des Buchs gleichermaßen perfekt. Als mir die netten Menschen von der Voodoo Press anboten, das von ihnen jetzt erstmalig für den deutschen Markt aufgelegte Buch zu rezensieren, konnte ich als Shatner-Fan natürlich nicht nein sagen. Kaum hielt ich das schöne Büchlein in Händen und sah das Cover mit dem Lichtschwert-haltenden Captain Kirk wusste ich: das wird ein Spaß.

Die Story ist schnell erzählt. William Shatner erreicht die erste Shatnerconvention aller Zeiten, nur um dann schnell festzustellen, dass hier etwas furchtbar schief gelaufen ist. Eine Terror-Gruppe namens Campbellianer - ihr ahnt es schon: fanatische Anhänger von Bruce Campbell - haben einen Anschlag auf sein Lebenswerk verübt und so sieht The Shat sich bald einer Armee aus seinen "Fleisch"-gewordenen Alter Egos gegenüber. Hilarity and lots and lots of blood and guts ensues.

Shatnerquake ist ein wilder Bizzarro Fiction Tip, der auf seinen 75 Seiten bestens zu unterhalten weiß. Kaum kann man sich entscheiden, ob es nun mehr Shatner Insider Witze oder Tote gibt, am Ende ist einem aber beides nur zu recht. Im Ernst: wenn euch Gore ein Greul ist, solltet ihr Shatnerquake lieber nicht lesen. Mich persönlich stören fliegende Eingeweide-Fetzen ja in fiktionalen Werken nicht. Nonstop-Action und ein liebevoll-schelmischer Umgang mit dem Mann, der Captain Kirk, TJ Hooker und Danny Crane gleichzeitig ist, halten den Leser in jedem Fall bei der Stange. Allzu ernst nehmen darf man das Ganze natürlich nicht, aber das hat das Buch ja mit seinem Hauptcharakter gemeinsam.

Das große Manko an Shatnerquake: es ist zu kurz. Ehrlich Mr. Jeff Burk, Bizarro Fiction soll ja abgedreht und leicht verdaulich sein, aber aus manchem Nebencharakter und Shatner Alter Ego hätte sich hier doch einiges mehr herauskitzeln lassen. Zwar ist die Geschichte als solche gut konstruiert, jedoch vergehen die Seiten am Ende bedauerlicherweise deutlich schneller als im Flug.

Ob sich die 9,95 somit für einen lohnen, muss man selbst entscheiden. Das Buch an sich ist jedenfalls nicht nur schön gestaltet, sondern auch mit einem langen und informativen Nachwort des Übersetzers versehen, das einen soliden und unterhaltsamen Überblick über William Shatners Lebenswerk bietet. Als Shatner Fan, der Biographien und Autobiographien gelesen hat, war ich zwar ständig überrascht, wie man das nicht vorher hatte wissen können, aber ich will an dieser Stelle nicht zu sehr meinen Comic-Book-Guy channeln. Hauptsache der Übersetzer weiß das alles jetzt und vergisst es nie wieder.

Shatnerquake ist in jedem Fall Special Interest und wird wohl eher einen kleinen Teil der deutschen Bevölkerung ansprechen. Wer allerdings wie ich ein William Shatner Aficionado ist und immer gern auch Geek Kuriosita und Gimmicks in seiner Buchsammlung hat, der wird an dem Romänchen seine helle Freude haben. Allgemein sollte man es ja auch unterstützen, wenn hierzulande endlich Bizzarro-Fiction auf den Mark kommt.
Erstehen könnt ihr das Buch direkt bei Voodoo Press (wo auch eine kostenlose Leseprobe zu erhalten ist) oder bei Amazon.

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