29.11.2011

"The Walking Dead" Season 2 Part 1 - Review




An erster Stelle sollte ich wohl erwähnen, dass diese Review vom Leser erwartet, wenigstens die erste Season von TWD gesehen zu haben. Außerdem kann ich schlecht auf alle Rücksicht nehmen, die nicht mindestens einen Großteil der zweiten Staffel gesehen haben oder nicht direkt alle Punkte des Plots als "Spoiler" bezeichnen. Eine Review die Teile Handlung nicht mit einzubezieht macht nicht viel Sinn. So viel dazu.

Im Gegensatz zur letzten Staffel habe ich mich dieses Mal dagegen entschieden zu jeder einzelnen Episode eine Review zu schreiben und setz mich lieber mit der jeweiligen Hälfte der Season auseinander. Der Midseason-Break kommt da recht gelegen. 
Glücklicherweise hat man mit der siebten Folge dieser Staffel einen Abschluss vor der Winterpause gewählt, der einen als Zuschauer nicht zu sehr in die Röhre gucken lässt.

Was ist bisher passiert?

 Die zweite Staffel setzt quasi auf die Minute ganau da an, wo wir die Gruppe von Überlebenden in "TS-19" verlassen haben: Nachdem das CDC in die Luft geflogen ist, macht sich die Gruppe auf den Weg nach Fort Benning (einer Militärbasis in Georgia) um dort nach Schutz und anderen (lebenden) Menschen zu suchen. Auf dem dem Highway trifft man allerdings auf eine Blockade aus verlassenen Autos und versucht die Vehikel aus dem Weg zu räumen. Dabei werden unsere Helden von einer Walker-Herde überrascht. Im Durcheinander gerät Sophia (Carols Tochter) in Panik und flüchtet vor einer Handvoll Untoter in den angrenzenden Wald. Rick rennt ihr nach und versteckt das Mädchen, um die Walker von ihr abzulenken und diese auszuschalten. Als Rick zurück kommt ist Sophia verschwunden. 
Bei der Folgenden Suchaktion wird Carl von Otis, dem Bewohner einer nahegelgenden Farm, versehentlich angeschossen und muss zur Farm gebracht werden. Otis und Shane müssen zur örtlichen Schule fahren um medizinische Geräte für Carls Operation zu besorgen.
Zeitgleich findet die Gruppe Obdach auf der Farm bei Hershell, dem Besitzer der Farm, und seiner Familie. 
Die Suche nach Sophia geht weiter und gleichzeitig wird die Stimmung innerhalb der Gruppe immer angespannter, vor allem augrund der Suche nach Sophia und wegen Hershells Gruppe und seiner Ansicht darüber wie man mit den Untoten umgehen sollte...

Wie hat man das alles Umgesetzt?

 Wie schon bei der ersten Season kann man, was die Qualität der Umsetzung des Stoffes angeht, nicht meckern. Die Schauspieler arbeiten gut und haben sich super in ihre Rollen eingefunden. Besonders Norman Reedus (Daryl) hat sich zu einem der heimlichen Helden der zweiten Staffel entwickelt.
Am Registil hat sich nicht viel getan. Ist auch schwer einen konkreten Stil auszumachen wenn es keinen durchgängigen Regisseur gibt.
Was mich nur generell ein wenig stört ist, wie schleppend manche Storylines verlaufen. Besonders im Hinblick auf die Comic-Vorlage. Mir ist klar, dass man die beiden Medien nicht vergleichen sollte, doch was das Tempo angeht könnte man sich ruhig ein paar Scheiben von den Heften abschneiden. Würde man die Anzahl der Charaktere ein wenig reduzieren, sodass nicht ständig jeder mit jedem interagieren muss und würde man außerdem ein paar Konflikte zwischen den Akteuren ein wenig straffen, sähe das Ganze deutlich besser aus. 
Die neuen Ideen in Form von Charakteren oder neuen bzw. alternativen Story-Elementen sind (wie bei jeder anderen Verfilmung eines Mediums auch) mal mehr und mal weniger interessant oder notwendig. Charakterentwicklung ist schön und gut, doch sollte man den feinen Grad nicht aus dem Auge verlieren, der eine Horror-Serie von der "gwöhnlichen" Drama-Serie unterscheidet und schnell in Richtung einer Soap abrutschen lässt. Zu viel Drama zwischen Rick, Shane und Lori kann irgendwann lästig werden. Hauptfokus der Serie sind zwar die Menschen, doch nicht alle Menschen leben wie in einer Seifenoper oder in einer Talkshow. Bisher ist es zum Glück noch nicht so weit gekommen, dass man das Gefühl hat Verliebt in Berlin mit Zombies zu sehen. Ich denke Robert Kirkman passt da schon drauf auf. Worauf man in Zukunft nur noch mehr achten sollte, sind realistische Reaktionen oder Handlungen der Charaktere. Menschen sind zwar nicht perfekt, doch so verpeilt wie es manchmal in der Serie dargestellt wird, kann man wirklich nicht sein. Zum Glück haben die Serien-Autoren ein Gespür für Karma und lassen auch nicht jedem Charakter alles durchgehen. Details oder Beispiele würden an dieser Stelle zu viel vom Finale der letzten Folge preisgeben. 

Gab es da nicht auch mal Untote?

Der Horror kommt auch in der zweiten Season nicht zu kurz und erinnert den Zuschauer in regelmäßigen Abständen daran, was er da gerade sieht: Ein Drama mit Zombies.
Was die Untoten Kollegen angeht, haben Greg Nicotero und sein Team sich nicht lumpen lassen und haben ganze Arbeit geleistet. Was die Kreation von coolen Untoten und ekeligen Effekten angeht, macht man den Leuten echt nichts vor.
Wer schon bei der ersten Staffel begeistert war, wird hier auch wieder seine helle Freude haben. Als Fan von Zombies und gut ausgeführten Gore-Effekten liegt es mir fern auch nur ansatzweise zu meckern. Besonders der Well Walker Zombie ist ein wahres Fest in Sachen abartige Effekte und toppt sogar das Bicycle-Girl aus der aller ersten Folge.
Fazit:

Trotz kleiner Schwächen, die man wohl überall finden kann wenn man denn will, kann man "The Walking Dead" noch immer zu einer der besten aktuellen Serien und zu den besten Horror-Programmen bisher zählen. Nicht umsonst hat man schon nach zwei Folgen in der zweiten Staffel grünes Licht für die dritte Season gegeben. Ein Ende scheint bisher also nocht nicht in Sicht zu sein. Hoffen wir mal, dass die Qualität der Serie entweder beibehalten oder sogar noch gesteigert wird. im Februar geht es jedenfalls erstmal mit der zweiten Hälfte der aktuellen Season weiter. Das werden lange 10 Wochen...

7von10 Punkten für die erste Hälfte von Season 2

Ganz wichtig:

Wer die erste Season von TWD noch nicht gesehen hat und/oder noch nicht auf DVD oder Blu-Ray besitzt, sollte die Finger von den deutschen Veröffentlichungen lassen. Dreisterweise hat man nämlich, bis auf die letzte, alle Episoden um ein paar Sekunden erleichtert. Sowohl im Bezug auf Gore als auch auf Handlung. Dafür sollte man niemanden belohnen. Eigentlich schade um das coole Design der Special Edition...

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