30.09.2011

Nemesis - Comicreview

Titel: Nemesis
Autoren: Mark MIllar (Story) Steve McNiven (Zeichnugen)
Verlag: Panini
Veröffentlichung: bereits erhältlich
Fortmat: Softcover, 108 Seiten
Preis: 14,95€
Leseprobe: MyComics.de
Erhältlich bei: Panini Comics





Wenn man in jungen Jahren schon das Erbe seiner milliardenschweren Eltern antreten muss, scheint man oft - zumindest wenn es nach Comics geht - nur eine Möglichkeit zu haben sein Trauma zu verarbeiten: Man rastet völlig aus und wird maskierter Rächer. So hat es jedenfalls Bruce Wayne aka Batman für sich entschieden. Wenn man jedoch von Haus aus ein angeknaxtes Verhältnis zum Thema "Gut und Böse" hat, nennt man sich Nemesis und wird Superschurke.

Story: 
Seit geraumer Zeit hält ein kostümierter Massenmörder namens Nemesis die Welt durch Anschläge und Morde an hochrangigen Polizeichefs in Asien in Atem. Als dann der Polizei Chief von Washington D.C. eine Todesdrohung erhält und der Präsident aus der Airforce One entführt wird, scheint Nemesis Terror seinen Höhepunkt zu erreichen. Dem Saubermann Chief Marrow bleiben nur wenige Tage um Nemesis zu stoppen bevor die Zeit des Präsidenten und auch seine eigene abläuft...


Ausführung:
Wer Mark MIllar's "Kick Ass" entweder gelesen oder gesehen hat, dürfte nicht von der drastischen Schreibe in Sachen Gewalt und den Taboobrüchen in "Nemesis" überrrascht sein. Nemesis liest sich wie eine nonstop Verfolgungsjagd ohne Verschnaufpause mit einer ganzen Menge unbeteiligter Passanten auf der Fahrbahn. 
Kick Ass nicht unähnlich spielt auch Nemesis in einer "realen" Welt, in der es scheinbar nie Superhelden oder Superschurken gegeben hat. Darum wirkt die Gewalt auch weitaus weniger aufgesetzt oder flapsig, als es zum Teil in gängigen Superhelden Geschichten der Fall ist. Wenn jemand von einer Kugel getroffen wird fliegen die Fetzen und wenn ein Flugzeug mitten in einer Großstadt abstürtzt sterben auch Frauen und Kinder. Ein selten gesehener Realismus, der aber auch nötig ist, um eine Story über jemanden, der plötzlich kostümiert Kapitalverbrechen begeht, ernst zu nehmen. Wären die Gaunerein gerinfügiger oder das Maß an Gewalt entschärft, wäre die Gefahr zu hoch, den Bösewicht für "cool" zu halten. 
Doch Nemesis wird nicht nur schwarz oder nur weiss dargestellt. Dem Joker aus Nolan's "The Dark Knight" nicht unähnlich scheinen seine Motive sich stehts zu ändern und sein Wunsch nach Chaos wird immer schwerer nachvollziehbar.
Sein selbst gewählter Gegenspieler Chief Marrow ist auch keineswegs als eindiminsionaler Gesetzeshüter dargestellt, der nur seinen Job macht, um Gutes zu tun. Auf seine Motive und/oder Methoden weiter einzugehen würde allerdings den Rahman dieser Rezension ein wenig sprengen.

Das Artwork stammt  von Steve McNiven, der Einigen schon durch seine Arbeit für Marvel Serien wie The Amazing Spiderman, Captain America oder The Avengers ein Begriff sein dürfte. Der Zeichenstil ist sehr einfach aber realistisch gehalten ohne langweilig oder altbacken zu wirken. Die Dynamik, die McNiven in Actionszenen einbringt, ist schon eine Klasse für sich und erinnert (wahrscheinlich nicht zufällig) an perfekt choreografierte Actionfilme aus z.B. Honkong. Dem düsteren Stil von Millars Schreibe hat McNiven eine passende Krone aufgesetzt.

Fazit:
In einer Zeit in der die Anatomie des Superhelden-Archetyps vor unseren Augen schon mehrfach in Filmen und Comics ausgebreitet wurde, ist es sehr interessant mitanzusehen was passiert, wenn man einen Superschurken an die Stelle des Helden setzt und ihm ohne  wirklich ernstzunehmenden oder ebenbürtigen Gegner freie Fahrt lässt. Dem Leser wird überlassen auf wessen Seite er sich stellt. Auf die des einfallsreichen aber amoralischen Titel-"Helden" in der "Weissen Weste" oder auf die Seite des Gesetzes. Egal wofür man sich entscheiden sollte: es kann passieren, dass man auf die Nase fällt. 
Wer schon ein Fan von Kick Ass ist, wird ohnehin nicht lange fackeln, sich dieses kleine Bombe anzuschaffen. Allen, die eigentlich keine Fans von "Superhelden Comics" sind, kann ich nur zum Kauf ermuntern. Man muss nicht Fan der ersten Stunde sein und Nicholas Cage das letzte Exemplar der ersten Action Comics Ausgabe bei Ebay weggeschnappt zu haben, um "Nemesis" zu mögen. Wer generell alles mit Charakteren liest, die Capes und Masken zu ihrer Standartausrüstung zählen, wird bedenkenlos zugreifen können.
Dieser Comic ist kein Ponyhof!

8von10

Übrigens habe ich gerade im Wikipedia-Eintrag zu Nemesis gelesen, dass Tony Scott (The Hunger, True Romance) sich bereits die Regie-Rechte am Buch gesichert hat. Yeah!

An dieser Stelle vielen lieben Dank an Panini Comics, die mir Nemesis zur Rezension zu Verfügung gestellt haben!


1 Kommentar:

  1. Sieht sehr cool aus und klingt nach ner netten Idee.
    Werde ich mal die Augen nach aufhalten.

    AntwortenLöschen

Dein Kommentar erscheint, wenn er sorgfältig per Hand freigeschaltet wurde ;)