28.04.2011

Die Geschichte vom schwarzen Präsidenten und dem reichen, weißen Trump

Und wieder einmal blickt man ein wenig fassungslos in die USA, wo Präsident Obama nach langen Forderungen von Republikanern und Presse seine Geburtsurkunde in Langform vorgelegt hat. Medien- und Oppositionszirkus hatten schon früh den Verdacht geäußert, der demokratisch gewählte Präsident der Vereinigten Staaten Von Amerika sei gar nicht der demokratisch gewählte Präsident der Vereinigten Staaten Von Amerika, da er angeblich überhaupt nicht in den USA geboren wurde. Eine alte Geburtsanzeige reichte nicht und auch die Geburtsurkunde in Kurzform war nicht genug, um Republikaner und Teile der Presse (Fox) davon zu überzeugen, dass ihr Präsident ihr Präsident ist. Alberner Kinderkram, über den wir hierzulande gerne lachen (Aber auch nur dann, wenn sich gerade niemand hinter einen Verteidigungsminister stellt, der seine Doktorarbeit von anderen zusammengestohlen hat). Mehr Hintergründe zu dieser Obama Verschwörungstheorie gibt es hier.

Was jetzt wirklich dem Fass den Boden ausschlägt, ist Donald Trump. Denn Trumps Ego ist auf eine so ungesunde Größe angeschwollen, dass er, ließe man ihn in ein Fass fallen, den Boden desselben mit der Masse seines in sich selbst verfangenen Selbst tatsächlich ausschlagen könnte.
Aber Spaß bei Seite. Auch wenn es unglaublich klingt: Trump profiliert sich gerade als möglicher Präsidentschaftskandidat der Republikaner und liegt dabei gar nicht mal schlecht im Rennen. Vor einiger Zeit schon hatte der ungesund orange Mann mit authentischem, vollen Haarschopf verkündet, "Spezialisten" auf die fehlende Geburtsurkunde des Vielleicht-Präsidenten angesetzt zu haben. Das Trump-Special-OPS Team habe dabei "unglaubliches" gefunden! "Unglaubliches", das wir "nicht glauben" würden! Nun er hat nicht gelogen, denn er lieferte nichts, das wir hätten glauben oder nicht glauben können. Nichts wie in "heiße-Luft-Nichts".

Gestern veröffentlichte nun das Weiße Haus völlig überraschend und aus eigenem Antrieb heraus das "long form birth certificate" und mit den Worten "We have no time for this kind of silliness.", gab Obama der Presse zu verstehen, dass dieser Quatsch, der sogar die Debatte um den Staatshaushalt überschattet hatte, jetzt doch bitte ein Ende haben sollte. Ein präsidentschafts-"Deal with it!" quasi.

Einsatz Donald Trump. Dieser stellte sich in all seiner frisch mit dem Trump-Copter eingeflogenen Herrlichkeit vor ein paar Mikrofone und verkündete seinen Sieg. Ja, seinen Sieg, denn schließlich ist er und niemand anderes dafür verantwortlich, dass die Geburtsurkunde nun endlich der Öffendlichkeit zugänglich gemacht wurde. Er ist jetzt ziemlich stolz auf sich und hat das Gefühl, etwas Großes erreicht zu haben. Aber his Trumpness ist natürlich noch lange nicht fertig. Donald Trump, Retter all jener, die zu weiß und zu reich sind, um nicht nach der Geburtsurkunde des schwarzen Präsidenten zu fragen, ist es auch, der das Dokument von seinen "Spezialisten" untersuchen lassen will. Denn: das Ganze könnte ja gefälscht sein!

Kein weißer Präsident hat sich jemals in dieser Form rechtfertigen müssen. Aber Obama, Sohn eines schwarzen Vaters und einer weißen Mutter, muss sich erstmal vernünftig ausweisen. Absurder wird das Ganze durch den Umstand, dass die Geburtsurkunde in Langform gesetzlich nichtmal benötigt wird, um sich zum Präsidenten wählen zu lassen, die kurze Form reicht. Das hatte unter anderem diese emotionale Reaktion von Bartunde Thurson, seines Zeichens Comedian und Autor, in seinem V-Log zur Folge:

(Video Via)

So abstoßend und lächerlich man Donald Trump nun finden mag: viel lächerlicher ist der Medienapparat, der die Geschichte um die fehlende Geburtsurkunde erst ins Laufen gebracht hat und auch jetzt noch am Laufen hält. Donald Trump zu ignorieren und ihm kein Mirkofon ins Gesicht zu halten, ist keine Option. Und alle, die jetzt sagen "Gut, dass uns sowas in Deutschland nicht passiert!", sollten vielleicht an eine noch gar nicht so lang zurückliegende Geschichte denken, die mit einem Mann namens Sarrazin zu tun hatte. Von wegen Idioten ignorieren oder Mikrofon ins Gesicht halten - zugegeben, nicht ganz so absurd wie diese Geschichte, aber man nehme es sich als Warnung zu Herzen.

Abschließend Beiträge zum Thema von Colbert Report und Daily Show, beide gehen treffend auf das Thema ein und zeigen Ausschnitte aus Trumps Auftritt.



Kommentare:

  1. Brainbar oder Nobrainer? Spätestens beim Vergleich mit Sarrazin wird die fehlende Sachkenntniss des Autors deutlich.
    Aber danke für den Link zu Youtube, das einzig Interessante an diesem subjektiven Artikel.

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  2. Ach ja, meine anonymen Rezensenten mit Wortspiel-Talent habe ich dann doch noch am liebsten.
    Wer richtig liest erkennt, dass es sich in keiner Weise um einen direkten "Vergleich" der Fälle Sarrazin und Trump handelt, sondern um einen Vergleich des Umgangs der Medien mit beiden Schwachsinnigen. Dass ist für alle, die dann doch nochmal genauer in den Text schauen garantiert ein Nobrainer.
    Bitte bitte für den Youtube Link und herzlichen Glückwunsch zur Feststellung der Subjektivität eines Blogs. Auch das ein Nobrainer.

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