09.03.2011

L'amour toujours auf der Orgel

Die 90ger, eine mythische, sagenumwobene Zeit, in der Musik in ironisch distanzierten Garagen entstand, Scheitel gefährlich in die Kopfmitte rückten, Männer sich halbnackt zusammen in den Regen stellten und für kleine Mädchen sangen; eine Zeit, in der Oberteile deutlich zu kurz und Hacken deutlich zu hoch wurden, in der hunderte sich trafen, um gemeinsam zu Techno zu zucken und berliner Parks mit ihrem Urin zu düngen. (Eine Zeit, in der Simone sich damit zufrieden gab, einfach nur in ihrem Zimmer zu sitzen, Mozart zu hören, zu lesen, Star Trek zu gucken und einfach "not cool" zu sein.)
Vielleicht erinnert ihr euch nicht daran, aber in dieser Zeit lebte ein DJ namens Gigi D'Agostino, der uns mit seinen stetigen gute-Laune-Rhytmen vorführte, was Sportlehrer für "moderne", "coole" Musik zur Step Airobic Stunde hielten. Gigi D'Agostino hatte genau ein Lied, das Simone hin und wieder mal hörte: L'Amour Toujours (was vor allem für das dicke, fette "Forever Alone" spricht, das Simone damals auf der Stirn trug). Um es kurz zu machen: Dieses L'Amour Toujours habe ich heute wieder gehört. Und zwar auf einer Orgel. Gespielt von einem Holländer namens Ben Middeldorp. Und was soll man sagen: auf einmal schämt man sich gar nicht mehr so sehr, L'Amour toujours zu hören. Auf der Orgel ist das Ganze nämlich einfach nur großartig.



via musslautsein

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