19.03.2011

Dead Space: Downfall (2008) - Review

Animationsfilme für Erwachsene aus westlichen Gefielden sind ungefähr so selten wie 8 richtige im Lotto, wenn ich diese Übertreibung mal anbringen darf. Der letzte Zeichentrick, der sich nicht an 5 bis 12 Jährige richtet und auch Spaß beim Schauen gemacht hat, ist "Batman: Under the Red Hood" (hier eine sehr treffende und ausführliche Review von Simone). Außer jenem Film kriegt man hier nicht viel ernstes an Animation zu sehen. Darum war ich auch recht überrascht ein FSK 18-Emblem auf der Hülle von "Dead Space: Downfall" zu sehen. Und ich muss sagen, die Freigabe ist (ausnahmsweise) sogar gerechtfertigt. Meine Fresse wie der rote Saft in manchen Szenen spritzt, ist schon nicht mehr feierlich.


Story
:

Die Besatzung des Raumschiffes USG Ishimura hat einen wahren Horrortrip vor sich: Bei einer Bohrmission auf einem abgelegenen Planeten am Rande der Föderation wird ein altes religiöses Relikt, das angeblich die Existenz Gottes belegt, gefunden und an Bord gebracht. Manche verehren es, die anderen verachten es. Als das gottlose Artefakt jedoch eine längst vergessene Spezies von Aliens freisetzt, verwandelt sich die "himmlische" Stimmung an Bord in eine wahre Hölle. Sofort bricht Chaos aus. Ein unkontrollierbares Blutbad, das schlimmer ist, als alles, was die Menschheit je erlebt hat, droht die Welt auseinander zu reißen. via Amazon
"Dead Space: Downfall" ist die offizielle Vorgeschichte zum jetzt-schon-Kultspiel "Dead Space". Darum ist es wohl auch nicht sooo wichtig wenn man (so wie ich) die Spiele nicht kennt. Zumindest hatte ich beim Gucken keine WTF-Moment was das Verständis der Handlung angeht.
Stilistisch ist das ganze eine recht runde Sache: Das Character-Design und der allgemeine Look entsprechen, soweit ich das beurteilen kann, dem der Spiele die sich design-technisch nicht hinter Sci-Fi-Horrorfilmen wie "Aliens", "The Thing" oder "Event Horizon" verstecken müssen. Allgemein wirkt der 70-Minüter wie ein Zeichentrick-Mashup oben genannter Filme.
In Szene gesetzt ist das kurzweilige Spektakel auch zufriedenstellend. Immerhin fungierte hier Chuck Patton als Director, der schon an der Spawn Zeichentrickserie aus den 90ern beteiligt war. (Erinnert sich eigentlich außer mir noch jemand daran?^^)

Das einzige was ich zu bemängeln habe, ist die teils hakelige bis abgehackte Animation. Wo man bei manchen Szenen über die fließenden und gut gemachten Bewegungen staunt, ärgert man sich besonders in Action Szenen über eine gewisse Unterversorgung was Bilder pro Sekunde angeht. Auch schade ist, dass man (für meinen Geschmack) zu viel CGI für die Hintergründe benutzt hat. Ich fand es schon in den 90ern pottenhäßlich wenn gezeichnete Figuren auf CGI-Backgrounds gepflanzt wurden und heute sieht es auch nicht schöner aus. Schlimmstes Beispiel dafür dürfte wohl "Heavy Metal - F.A.K.K2" sein.

"Heavy Metal" ist auch das passende Stichwort an dieser Stelle. Genau daran hat mich "Dead Space" gravierend erinnert. Wer die gleichnamigen Comics und den Film aus den 80ern kennt, sollte sich bei Downfall ein wenig heimisch fühlen. Das Voice-Acting muss ich an dieser Stelle übrigens noch lobend erwähnen. Hier waren wirklich Leute am Werk, die was von ihrem Job verstehen.

Zurück zur "Gewalt"(schön gesagt^^): Die Gewalt ist sehr krass, muss ich sagen. So krass, dass es mich überrascht und zugleich belustigt zurück gelassen hat. Der Gore-Faktor ist so krass und übertrieben, dass ich mir das Lachen oder Kichern kaum verkneifen konnte. Menschen werden halbiert, zerfetzt, aufgespießt, zerrissen und was-weiß-ich was noch. Das Blut spritzt in Fontänen und die Kamera hält voll drauf. Ein wenig wie in Peter Jackson's "Braindead"- in Space. Aber dafür bierernst. Eben wegen dieses Festhaltens am Ernsten, wirkt die ganze Nummer umso komischer und nicht gruselig oder schockierend, wie man es sich in diesem Genre wünschen würde.

Alles in allem ist "Dead Space: Downfall" dennoch ein netter und kurzweiliger Horror-Sci-Fi der mit Gore nicht gerade geizt und bei einem DVD-Abend bei Bier, Chips und doofen Sprüchen umso mehr Spaß machen dürfte.

6,5von10

Trailer:

Kommentare:

  1. Kurzweilig ja, ich denke man kann ihn mitnehmen wenn man in der Videothek dran vorbeiläuft und eigentlich einen anderen Film leihen will.

    Erschreckender Weise ist Downfall aber der bessere der beiden Filme, welche momentan zum "Dead Space"- Universum draußen sind. Ich hoffe es ist okey, wenn ich mal etwas Eigenwerbung gönne, denn ich hab mir nämlich den zweiten Film (Dead Space: Aftermath) gegeben:

    http://www.zachseinblog.de/index.php/2011/02/11/film-review-dead-space-aftermath

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  2. Cool, wusste garnicht, dass es schon einen weiteren Dead Space Film gibt. Werd ich mir auch mal organisieren. Danke für den Tipp.
    Eigenwerbung ist natürlich auch okay. ;)

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