09.11.2010

The Walking Dead - Meine Meinung und "Erwartungen"

In der nächsten Zeit wird wohl nichts die Freude aus meinem kleinen Horror-Geek-Herzen verdrängen können.
Offensichtlich hört man bei AMC z.Zt. so die Kassen klingeln, dass man direkt die zweite Staffel zu The Walking Dead in Auftrag gegeben hat. Zu verdenken ist es den Leuten wirklich nicht. Bei den exorbitanten Quoten, die die Serie aufgrund ihrer hohen Qualität in filmischer und story-technischer Hinsicht erzielt, ist dies auch kein Wunder. Im Grunde genommen wäre es reine Torheit, die Serie nicht weiterführen zu wollen.
Denn immerhin hat man es in dieser Serienform endlich geschafft Horror als das zu verkaufen, was er eigentlich ist: Ein ernst zu nehmendes Genre, welches sich auf visueller und erzählerischer Ebene allen Techniken des Mediums Film ermächtigen kann. Dieses Prinzip gilt außerdem natürlich auch für das Science Fiction Genre. Wo andere Genres an ihre (visuellen) Grenzen geraten, kann man sich beim Horror vollkommen austoben und kritische Kommentare über die Gesellschaft in der wir leben durch die Blume (das Monster) machen. Bisher lief so etwas im großen Stil auf der Leinwand oder in kleinen Independent Produktionen ab. Und auch Horror-Serien haben schon Subtexte vermittelt und sich durch interessante Charaktere und Ideen hervor getan.
Der Unterschied zu The Walking Dead zu allem bisherigen liegt nun allerdings darin, dass man sich nicht auf ein „Überthema“ festlegen muss, welches die Staffel zusammen hält. Man hat nun nicht mehr die „Monster of the Week“ Episoden und hangelt sich an denen am übergreifenden Thema entlang. The Walking Dead sind das Thema. Entgegen der Annahme, die wandelnden Toten seien die Zombies, sind die Menschen die eigentlichen Toten, die sich noch bewusst ans Über-/leben klammern.
Aufgrund der Vorlage bewegt sich die ganze Serie auf der Schiene einer fortlaufenden Story, die theoretisch nie enden müsste. Außer vielleicht mit dem Tod aller Protagonisten.Was mich an dieser Serie so begeistert, dürfte jedem Klar sein, der mich kennt oder dieses Blog (halbwegs) regelmäßig verfolgt: Zombies. Als ich vor fast 5 Jahren den ersten Band der deutschen Übersetzung von TWD in den Händen hielt, lief es mir heiß und kalt den Rücken herunter.
Endlich hatte jemand Zombies begriffen. In 99,999% aller Zombiefilme (egal welche Periode der Filmgeschichte seit Night of the Living Dead) haben der Autor oder der Regisseur Zombies als solche nicht begriffen. Zumindest nicht die Art von Zombies, wie George A. Romero sie in seinem „unsterblichen“ Horrorklassiker „Night of the Living Dead“ dargestellt hat: seelenlose, dumme, langsame, in der Gruppe bedrohliche wandelnde Tote. Was ist erschreckender als zu wissen, dass jeder, den man je gekannt hat, nun eine wandelnde, vom Hunger auf Menschfleisch getriebene Fressmaschine ist?
Mir ist es seit eh und je ein Rätsel, warum man dieses Prinzip“erweitern muss“. Sei es durch Eigenschaften wie Schreien, Reden oder gar Rennen. Die Leichenstarre ist keine Adrenalin-Spritze. Kriegt das in eure Schädel, Leute!
Der Traum, die Apokalypse zu überleben und selbst mal am Ruder zu sitzen, wird für jeden Durchschnittsmenschen und Nerd/Geek sehr schnell durch Marathon-Zombies eliminiert. Durch das Dawn of the Dead Remake oder Zombieland muss man plötzlich wieder Charlton Heston, Mel Gibson oder Kurt Russel sein, um zu überleben.
Robert Kirkman hat es gemeistert, den klassischen Zombie (eine unintendierte Abwandlung des Voodoo-Zombie [Romero hat seine Lebenden Toten nie Zombies genannt]) in einer fortlaufenden Comicreihe ein Denkmal zu setzen, welches seines Gleichen suchte. Hier sind es normale Menschen, die ums nackte Überleben kämpfen. „Shaun“ statt „Rambo“.
Und endlich ist die (für mich) perfekte Zombie-Comicreihe als Serie verfilmt worden bzw. wird noch weiter verfilmt.
Die Hoffnung, die für mich durch diese Show bzw. ihrem immensen Erfolg mitgetragen wird, ist ,dass Filmschaffende keine Ripp-Offs der Serie produzieren sondern stattdessen den Fokus auf die lebenden Toten als Ausgangspunkt legen, auf Spannung/Atmosphäre setzen und wieder Geschichten über interessante Charaktere erzählen. Es muss nicht immer nur Action und Geballer sein. Die Zuschauer haben die Schnauze voll von falschem Eye-Candy und wollen gute Geschichten erleben. Besonders Reboots und Remakes etc. tragen in der Zeit von Internet und DVD, in der JEDER Film JEDER Zeit zugänglich ist, nur zu schlechter Laune bei.
Andernfalls würden nicht so viele Autoren zum Fernsehen wechseln und Serien wie „The Sopranos“; „Six Feet Under“, „Dexter“ oder „Mad Men“ würden sich nicht eines solchen Andrangs erfreuen dürfen.

Ach ja, eines noch: Wann kommen die ertsen „Walking Dead“ Action-Figuren für mein Regal? Poster und T-Shirts sind schon eine tolle Sache. Doch wo bleiben die Plasikausführungen von Rick Grimes und Co? :D

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