28.08.2010

Die Drei Gesichter der Furcht - Review


Originaltitel:
Tre volti della paura, I
Herstellungsland:
Frankreich
Italien
Erscheinungsjahr:
1963
Regie:
Mario Bava

"Die Drei Gesichter der Furcht" von Mario Bava ist ein Film der den meisten Horrorfans oder Metalheads ein Begriff sein dürfte. Zumindest was seinen Titel in englisch sprachigen Ländern angeht. Dort wurde dieses kleine Meisterwerk nämlich unter dem Titel "Black Sabbath" vertrieben. Offesichtlich die Inspiration für Ozzy Osbournes erste Band.
Der italienische Titel "I Tre volti della paura"(The three Faces of fear) wurde damals von American International Pictures in den USA in "Black Sabbath" umbenannt um an Bavas ersten Film "Black Sunday" anzuknüpfen. Da dieser Film bei uns allerdings nicht "Schwarzer Sonntag" hieß, sondern "Die Stunde wenn Dracula kommt", konnte man auch getrost den eigentlichen Titel ins deutsche übersetzten. Was auch mehr Sinn macht.

Denn die Idee des Films ist schlicht und einfach: Boris Karloff erzählt uns drei Geschichten, um uns das fürchten zu lehren. Ein Konzept dass man wohl als Vorläufer für die erste "Tales from the Crypt"-Verfilmung betrachten kann. Um nicht zu viel zu verraten werde ich die Geschichten nur kurz umreißen.

In Das Telefon wird eine junge Frau von einem unbekannten Anrufer terrorsiert, der sich als etwas anderes entpuppt, als er zu sein scheint.
Der Wurdalak basiert auf einer Vampir-Geschichte von Aleksei Tolstoy und ist im Russland des 19ten Jahrhunderts angesiedelt.
In Der Wassertropfen stiehlt die Krankenschwester Helen einer soeben verstorbenen einen Ring vom Finger. Zu ihrem Nachteil war die Tote eine Wahrsagerin, die mit dem Totenreich in Verbindung stand.

Was soll man zu diesem Klassiker noch sagen? Der Streifen ist ein kleines Meisterwerk. Mario Bava hatte es einfach drauf. Nicht nur in Sachen Regie, sondern auch was die Beleuchtung der Sets angeht, hat dieser Mensch Pionierarbeit geleistet. Besonders in Der Wurdalak und in Der Wassertropfen, hat man sich in allen Regenbogenfarben sehr experimentell gegeben.
Auch die die Geschichten an sich bzw. die Idee, drei Storys zu nehmen, die sich thematisch, stilistisch und auch vom Setting her komplett unterscheiden, war einfach großartig. Man hat fast das Gefühl drei Filme von drei Regisseuren zu sehen. Somit auch ganz klar ein Pate von "Grindhouse". Quasi ein Tripple-Feature, bestehend aus einem Giallo, einem Vampirfilm und einer Geistergeschichte. Da ist für alle was dabei. Highlight des Filmes war für mich Der Wassertropfen. Atmosphärisch und verdammt gruselig. Einfach gut. Hab seit langer Zeit keine Gänsehaut mehr bei einem Film gehabt.
"Die Drei Gesichter der Furcht" ist ein Horror-Klassiker der seines Gleichen sucht und dessen Einflüsse selbst heute noch zu spüren sind. Filme wie "Scream", "Sleepy Hollow" und "Drag me to Hell" stehen ganz offensichtlich in Bavas Tradition.

Fazit: Großartiger Film der leider durch Das Telefon etwas abgeschwächt wird. Ansonsten Top.
8von10

Was den Kauf der DVD angeht habe ich schlechte Nachrichten. Zumindest für Leute, die gern die deutsche Tonspur genießen möchten. Leider wurde "Die drei Gesichter der Furcht" erst einmal in Deutschland auf DVD aufgelegt. Das hat zur Folge, dass der Film bei Amazon und Co horrende Preise erreicht. Ich hatte das Glück den Film früh genug zu erstehen.
Aus den USA kriegt man dafür "Black Sabbath" im Set mit "Black Sunday", "The Girl who knew too much", "The knives of the Avenger" und "Kill,Baby...Kill!" für 12$ hinterhergeworfen.
Allerdings handelt es sich bei "Black Sabbath" bei den Amis um eine andere Schnittfassung als in Europa. Wer damit leben kann wird mit der Box bestimmt glücklich werden.

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