29.07.2010

Die Horde - Review

Zombie-Streifen gibt es mittlerweile schon ohne Ende. Innerhalb der letzten Jahre sind hunderte Ableger des Zombie-Genres wie Pilze aus dem Boden geschossen. Von No-Budget-Produktionen bis hin zu Multi-Millionen-Dollar Filmen war schon alles dabei.
Auch die Herkunftsländer der Filme sind Zahlreich. Allen vorran kommen natürlich die meisten Filme aus den USA. Auch Länder wie Japan oder England haben den Zombiefilm für sich gepachtet. Mittlerweile gab es sogar schon zwei drei Vertreter des Genres aus deutschen Landen. Über deren Qualität kann man sich wohl streiten.
Vor kurzem allerdings ist der erste Zombiefilm aus Frankreich auf die Welt losgelassen worden: "La Horde" heißt das gute Stück und ist durchaus ein würdiger Vertreter seiner Zunft.

Story:
"Paris, Banlieue, eine besonders verwahrloste Ecke. Eine Gruppe Rauschgifthändler hat einen Polizisten getötet. Jetzt machen sich vier von dessen Kollegen auf, dasselbe mit den Rauschgifthändlern zu tun. Dabei kommt ihnen jedoch ein aufdringlicher Hausmeister in die Quere, worauf sie von den Dealern überwältigt werden. Die fragen sich, wie sie die Cops wohl am besten entsorgen, als plötzlich und mit hoher Geschwindigkeit Zombies auftauchen und unterschiedslos alle anfallen. Für die Eingeschlossenen im Turm bedeutet das, die Animositäten vorübergehend hintan zu stellen. "
Quelle Amazon.de

Momentan scheinen die Franzosen wohl ordentlich die Grenzen auszuloten was man in Europa so produzieren/zeigen darf und was nicht. Denn der Härtegrad französischer Horrorproduktionen scheint momentan sehr gewagte Zügen an zu nehmen. Zu dieser neuen "französischen Härte" zählen unteranderem Titel wie "High Tension", "Martyrs" und "Frontier(s)". An dieser Stelle muss ich zugeben, bisher nur "High Tension" gesehen zu haben. Ein Film den ich Fans des Slasher-Films wärmstens empfehlen kann.

"Die Horde" fügt sich perfekt in den, immernoch anhaltenden, (ich nenne es einfach mal so) Cardio-Zombie-Hype ein. Filme wie "Dawn of the Dead" (2004), "Dead Set" oder auch "28 Days Later" oder auch "[Rec]" scheinen Pate für die Optik und den Stil dieses weniger zimperlichen Actionhorror-Streifens Pate gestanden zu haben. Diese Stile zu kopieren ist nicht neu, sorgt aber für ein sicheres Fahrwasser, was nicht unbedingt falsch ist.

Toll an "Die Horde" ist der Aufbau der Story. Klar, die typischen Elemente sind da: Die Zombies, die Überlebenden, die sich verschanzen müssen und der Gebäudekomplex in dem sich alles abspielt.
Besonders ist, dass ein gutes Drittel des Filmes kein einziger Zombie über den Schirm huscht. Im Mittelpunkt steht der Konflikt zwischen den Cops und den Gangstern, was gewisse Assoziationen zu "From Dusk Till Dawn" weckt.
Auch die Wahl des Schauplatzes ist kein Zufall und hat etwas vom sozialkritischen Tons von Romero's "Dawn of the Dead". Eine Plattenbausiedlung (ein sogenannter Sozialer Brennpunkt) als Ort des Geschehens zu wählen, ist nicht gerade Subtil. Vorallem dann nicht wenn dieses Motiv auch schon in "Dawn of the Dead" gestreift wurde.

Natürlich wäre ein Zombiefilm nur mit der richtigen Portion Horror im Gepäck komplett. Zum Glück kommen Atmosphäre und Gewalt auch hier nicht zu kurz. Gore und Splatter sind nicht gerade rar gesät. Neue Maßstäbe was Brutalität angeht, setzt der Film zwar nicht, bot der FSK allerdings genug Anlass wiedermal die Schere anzusetzen und ganze 5 Minuten aus dem Film entfernen zu lassen. Darum empfehle ich zur DVD/Blu-Ray aus Österreich oder der Schweiz zu greifen.

"Die Horde" ist also nicht nur ein gelungener moderner Zombiefilm, sonder auch eine kleine Überraschung aus französischen Landen mit viel Horror, einem guten Stück Humor und einer Prise Sozialkritik.
Besonders gut für einen Filmeabend mit Bier und Chips geeignet.
7von10

Trailer

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