18.07.2010

Alien vs. Predator - Review - Part II

Kommen wir nun zum zweiten Teil der "Alien vs. Predator" Review. Es folgen die Gründe, aus denen  sich dieser Film für mich (und wahrscheinlich auch für die meisten anderen Fans) wie eine persönliche Beleidigung anfühlt:

-Paul Anderson: Das erste und größte Problem, das ich mit AVP habe, ist der Regiesseur. Paul Anderson. Irgendwie hat dieser Mann die Fähigkeit Leuten ans Bein zu pinkeln ohne dies bewusst oder böswillig zu tun. Vor AVP hat er schon eines meiner Liebligsthemen "Resident Evil" erfolgreich versiebt. Aus einem atmosphärischen Survival-Horror Titel mit viel Potenzial einen billigen Action-Horrorstreifen mit Matrix-Anleihen und ohne Paprallelen zum eigentlichen Spiel zu fabrizieren ist schon eine Leistung. Not! Sowas schaffen sonst nur Uwe Boll und Michael Bay.

-Drehbuch: Da Paul Anderson auch Urheber des Drehbuches und der Story ist, bleibt es nicht aus, dass es da schon hakt. Wie gesagt sind grober Handlungsverlauf und Setting okay. Leider sind die Charaktere sowie deren Handlungen und Dialoge eine ziemliche Zumutung.
Besonders die drei Hauptcharaktere Saana Lathan (Alexa Woods), Raoul Bova (Sebastian de Rosa), Charles Bishop Weyland (Lance Henriksen) legen dem Zuschauer ihren kompletten Background (fast) ohne Lücken zu Füßen. Das ist nicht weiter schlimm, ganz im Gegenteil. Informationen können zur Tiefe des Charakters beitragen. Können. Hier wird einfach zu viel rausgehauen und pseudo-philosophisch gequatscht, dass es weh tut. In Alien und Aliens hingegen war der große Vorteil der Charaktere nicht viel über sie zu wissen. Handlung und Motive ließen sich aus dem Spiel der Schauspieler ablesen. Bei den Predator-Filmen zu einem großen Teil ebenfalls.

- Die Predatoren: Eine Sache die mich schon von Anfang an gestört hat war das Aussehen der Predatoren. Die Dinger wirken wie Sumoringer: ungelenk und schwerfällig. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass man den P's schwere Rüstungen angelegt hat und für die Darsteller (alle Basketballspieler) zusätzliche Sixpacks und Muskeln basteln musste. Die erweiterte Rüstung ist schon nachvollziehbar. Doch von vornherein Leute zu casten, die abgesehen von der Größe nicht die richtigen Vorrausetzungen erfüllen, ist mir unbegreiflich. Im Bonusmaterial der DVD meinte Anderson auch noch in den ersten Filmen sähen die Predatoren schon aus wie "ein Typ im Gummieanzug". Und in so einem Anzug könne man sich natürlich nicht richtig bewegen und darum müsse man gewisse Dinge beim Schnitt ausbüglen. Screw you!
Kevin Peter Hall konnte sich in seinem Anzug ohne Hilfe bewegen...
Ich habe ja nix dagegen, wenn ein Regiesseur sich die Freiheit herrausnimmt, seinen Predator (oder auch mehrere) visuell etwas abzuändern. Bisher sahen die in jedem Film/Comic/Videospiel etc. verschieden aus. Aber in anderen Filmen und Medien sahen sie wenigstens cool und nicht fett aus!
Außerdem sind die Predatoren in dem Film, was ihre Skills angeht, die letzten Pussies, die schon nach wenigen Minuten von den Aliens auseinandergepflückt werden. Es sind zwar "Teenanger", doch wie haben die sich dann für so eine Schlacht qualifiziert? Durch Strohhalmeziehen?

-Die Freigabe: In Deutschland hat der Film eine 16er Freigabe. Das wundert nicht, da es ja ein "Gewaltfilm" ist. In den USA allerdings hat der Film (die viel realistischere) Einstufung PG-13 bekommen. Das entspricht unsere FSK 12. Man könnte meinen, der Film wurde für's Kino gekürzt oder so ein Blödsinn. Von wegen! Der Film wurde von vorherein so konzipiert, dass ihn auch Kinder(!) sehen können. Ein düsteres und auch "brutales" Thema zu nehmen und als "familienfreundlichen" PG-13-Tinnef zu verkaufen ist schon extrem dreist und einfach nur beleidigend. Kein Blut, bei Kämpfen wird weggeblendet und "böse Worte" werden garnicht erst benutzt.
Versteht mich nicht Falsch. Ein Film wird nicht durch Gewalt "besser". Einen Kinderfilm nach Marke "Die Mumie" oder "Independence Day" aus einer bestehenden Reihe (oder in diesem Fall sogar zwei Reihen) zu machen, verfälscht allerdings das Prinzip Unterhaltung für Erwachsene zu produzieren.


Die Atmosphäre: Der Altersfreigabe entsprechend ist auch die Atmosphäre. Es ist zwar Dunkel und es laufen Monster herum, nur bringt das nix wenn man nicht sieht, was die Monster tun bzw. was sie nun zu Monstern macht. Man hatte durch den Schauplatz in der Pyramide eigentlich genug Basis für ein paar oderntliche Schockeffekte. Hat man allerdings drauf verzichtet.

Musik und Sound: Zwei Punkte die mir besonders drastisch beim nacheinander Gucken beider Filme aufgefallen sind:
1. Leider ist die Musik nur Ideal-Standart Gedudel, dass man so schon in hunderten von Filmen gehört hat. An dieser Stelle muss ich auch etwas aus AVPR vorweg nehmnn: Im zweiten Teil hat man sich wenigstens an bei Sountracks der alten Filme bedient.
2. Man hat kaum Soundeffekte der anderen Filme genutzt. Die Aliens schnaufen ein bisschen und zischen wie vorher. Nur die Sounds der Predatoren klingen extrem falsch. Das typische Knurren ihrer Kollegen geben die Jungs zwar von sich, klingen aber mittlerweile wie Löwen und Tiger aus dem Zoo. Wenn man schon Töne von realen Tieren nutzen will, sollte man diese wenigstens verzerren und anderweitig ändern damit es nicht lächerlich wirkt...

Ich könnte noch Seiten lang so weiter machen, da mir bei Schreiben immer mehr einfällt, was mich an diesem Film anpisst. Wahrscheinlich ärgere ich mich gleich wieder über die Sachen, die ich nicht mit reingenommen habe.
Wie dem auch sei. Kommen wir nun zum Fazit:

"Alien vs. Predator" ist wohl eine der größten Enttäuschungen für Fanboys und Fangirls seit der Erfindung der Comicverfilmung. Man merkt dem Film an, dass er nicht mit einem Publikum oder einer Fanbase im Hinterkopf produziert wurde. Stattdessen hat man eine Zielgruppe ansprechen wollen, die aus drei Schichten besteht: Die, die zum Teil nicht einmal die Vorbilder des Films gesehen haben dürften, die, die ohnehin Fans sind (und einfach nicht anders können) und die Leute, die einfach nur Geballer sehen wollen. Paul Anderson hat einen Film vorgelegt, den er selbst sehen wollte, ohne dabei zu bedenken, dass es auch Leute gibt, die darauf zählen dass so ein Projekt nicht nach Babykacke und Zuckerwatte stinkt. Das Milla Jovowich nicht mitspielt ist auch alles...
4von10



Bonus:

Zufälligerweise ist heute der 24. Geburtstag von "Aliens". Yeah! James Cameron's zeitloser Sci-Fi Klassiker mit "Starship Troopers"-Anlehnung und Vietnam-Syndrom.
Der Film an dem man sich bei der Produktion des oben bewerteten Machwerks hätte orientieren sollen, was Spannung und Action in einem Science Fiction Horrorfilm angeht.
Ein grandioser Film der das Alien-Thema auf eine neue Ebene gebracht hat, ohne die selbe Geschichte neu zu erzählen und ohne in Qualität und Originalität dem Forgänger hinterher zu hinken. "This Time it's war!"
Btw. auch einer der wenigen Filme, die ich sogar noch auf VHS besitze. In der coolen großen Pappbox. :)



Hier nochmal der Trailer:

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dein Kommentar erscheint, wenn er sorgfältig per Hand freigeschaltet wurde ;)