21.06.2010

Buchrezension: "Untot" von John A. Russo

Wie vor kurzem noch berichtet, hatte ich mir vorletzte Woche den Roman "Untot" von John Russo gekauft.
Bei diesem Buch handelt es sich um die (in)offizielle Fortsetzung von George A. Romero's "Night of the Living Dead" und wurde im Original als "Return of the Living Dead" vertrieben. Nur warum ist dies auch ein Sequel zu NOTLD, wenn Romero's "Dawn of the Dead" doch die eigentliche Fortsetzung ist? Ganz einfach: Die Wege von Romero und Russo (Coautor von Night) haben sich kurz nach der Veröffentlichung von Night getrennt und die beiden haben sich gegenseitig das Recht überlassen weitere Living Dead Filme zu machen. Um 1976 'rum wurde George Romero von Dario Argento aufgesucht und nach Rom befördert um das Script für "Dawn of the Dead" zu schreiben.
Unterdessen schrieb Russo sein eigenes Sequel "The Return of the Living Dead". 1979 erschien das gute Stück und die Rechte für eine Verfilmung wurden wenig später auch verkauft. 1985 lief dann "The Return of the Living Dead" im Kino an. Mit dem Buch hatte der Film, abgesehen vom Titel her, NICHTS mehr zu tun.D as ist jetzt nicht als dieser Standartsatz, "Das Buch war aber besser.", gemeint. Der Film hatte eine neue Story, neue Charaktere und ein komplett anderes Setting....
Um die Verwirrung noch zu komplettieren: Zum Film kam übrigens noch eine Romanfassung raus die auch von Russo selbst geschrieben wurde. Krank sowas.^^
Beide Bücher erziehlen mittlerweile auf Ebay etc. extremste Preise.

Die Version die ich vorliegen habe, ist eine Übersetzung von 1990 (pünktlich wie die Maurer) vom Goldmann Verlag. Die Übersetzung ist ganz anständig auch wenn man merkt das die Übersetzerin ihre bayrischen Wurzeln nicht wirklich verleugnen kann...

Im Gegensatz zu "Dawn of the Dead" setzt Untot nicht direkt am Ende von Night an. Stattdessen finden wir uns 10 Jahre nach den Ereignissen im ersten Film in Willard wieder. Die Invasion der Untoten wurde zwar unter Kontrolle gebracht und die Zombies sachgemäß (nochmal) gekillt, doch mittlerweile sind die Bewohner der Amerikanischen Ostküste etwas vorsichtiger geworden mit ihren Toten und treiben (vereinzelt) den frisch Verstorbenen lieber einen Eisenkeil in die Stirn.So will man unangenehme Überraschungen bzw. Wiederauferstehungen vermeiden.
Wie gesagt findet dies nur vereinzelt statt und dass auch nur unter der Aufsicht vom geistlichen Führer des Dorfes Reverend Michaels. Als sich eines Abends die Gemeinde von Willard zu einer Beerdigung versammelt, stürmt ein Junge zur Tür herrein und Berichtet von einem Busunglück dessen Beteiligte alle ums leben gekommen sein sollen.
Die Trauergemeinde macht sich, bewaffnet mit Stahlbolzen und Hämmern, auf dem Weg zur Unfallstelle um die Toten zu pfählen. Allerding werden die Pfähler während ihrer Arbeit von der Polizei gestört und müssen fliehen. Derartige Rituale sind vom Gesetz nicht gerade gern gesehen.
Wie von Pfarrer Michaels befürchtet, erheben sich auch die ungepfählten Unfallopfer zu neuem "Leben" und der Spuk von vor 10 Jahren beginnt von neuem...

Ehrlich gesagt, finde ich es schwer einen Abriss über die Komplette Story zu geben. Denn bei "Untot" kann man sich beim ersten Lesen einfach nicht sicher sein wer denn nun der Protagonist der Geschichte ist. Die Figuren fallen wie die Fliegen und die Story springt öfter hin und her. Wenn ich also mehr ins Deteil gehen würde, würde ich zuviel vorwegnehmen.
Zu den Hauptcharakteren gehören nämlich die Familie Miller, Sheriff McClennan und zwei Statetrooper die erst gegen Mitte des Buches auftauchen.
Diese Idee ist allerdings nicht schlecht. So wirkt das ganze etwas umfassender und nicht auf einen Punkt oder auf eine Figur fixiert wie in Night. Eine nette Steigerung seinem Vorgänger gegenüber.

Erfreulicherweise stammt das Buch, wie gesagt, aus dem Jahre 1979. Aus einer Zeit in der man solchen Tinnef wie rennende Zombies noch nicht kannte. Die Untoten schlürfen nach Oldschool-Manier, vor sich hinstinkend durch die Gegend auf der Suche nach frischem und warmen Menschenfleisch.

Was den Gore-Gehalt des Buches angeht, hat man sich ein wenig gesteigert im Vergleich zu Film. Es wird etwas mehr ins Detail gegangen, was die Fressgewohnheiten der Zombies angeht und die Erscheinung der Leichenfresser ist auch etwas grausiger ausgeschmückt worden als es im Film möglich war.

Über den eigentlichen Schreibstil kann ich nicht viel sagen. Einmal da ich den "Originaltext" nicht vorliegen habe, weil die Übersetzung viel von Umgangssprache aus dem Bayrischen geprägt ist und ich mich nicht sonderlich ausgiebig mit irgendwelchen Stilmitteln o.ä. auseinandergesetzt habe.
So gesehen ist die Geschichte recht sachlich und auf den Punkt gebracht erzählt ohne sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen.
Darum kommt das Buch wohl auch locker mit knapp 192 Seiten aus.

Im Großen und Ganzen lässt sich das Teil gut und schnell weglesen und bietet einen coolen Einblick in das was eigentlich auf der Leinwand zu sehen hätte sein sollen/können, nach der Einblendung des Schriftzuges "The Return of the Living Dead".
Somit stellt "The Return of the Living Dead" auch einen würdigen Nachfolger von Night of the Living Dead" dar.

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