07.04.2009

Dr. Horrible's Sing Along Blog

Wir kennen das doch alle: Waschtag und wieder haben wir uns nicht getraut unsere Traumfrau anzusprechen. Als wir dann mithilfe eines ausgeklügelten Plans das Wunderflonium für unseren "Gefrierstrahler" (mit dem wir die Zeit stoppen werden) stehlen, verliebt sich das Objekt unserer Begierde durch einen dummen Unfall ausgerechnet in unseren Erzfeind. Das wird Bad Horse, dem Vorsitzen der Evil Leage of Evil, sicher nicht imponieren und unsere Mitgliedschaft ist so gar nicht mehr sicher...

Ok, vielleicht ist es etwas gewagt zu behaupten, dass jeder Billys, aka Dr. Horribles Probleme bis ins Letzte nachvollziehen kann (kaum zu glauben, aber es gibt immernoch eine ganze Menge Menschen, die nie daran gedacht haben, die Welt zu beherrschen!!). Aber was ist universeller als die Sprache der Musik? Und zufälligerweise handelt es sich bei Dr. Horrible's Sing Along Blog um ein Musical...


Spätestens seit der Buffy Musical Folge (EPIC!!) wissen die Eingeweihten, dass Joss Whedon ein kleines fluffiges Faible für absurde Singspiele hat. Dass er so weit gehen würde seine eigene kleine Operette des Schreckens auf die Beine zu stellen, mit eigenem Geld und exklusiv fürs Internet hätten sich diejenigen unter euch, die nie daran gedacht haben die Welt zu beherrschen, wohl nicht vorstellen können. Ich konnte es mir sehr gut vorstellen, vor allem nachdem ich einen kleinen Blick in die Castliste geworfen hatte: Neil Patrick Harris (bekannt vor allem durch How I met your mother) als Dr. Horrible
, Nathan Fillion (Buffy, Firefly, Slither, Desperate Housewives und seit neustem Castle, dazu später vielleicht mehr) als sein Erzfeind Captain Hammer und Felicia Day (bekannt aus... hat wohl mal in ner House Folge mitgespielt...) als Penny, die weiße Frau des Films.

Sicher, eine Castlist allein kann nicht überzeugen (hust), bei einem Musical ist es natürlich wichtig, ob die entsprechenden Darsteller den Parts auch gewachsen sind. Ja. Sie sind es. More so. Alle drei singen ganz wunderbar und was vielleicht noch ein bisschen wichtiger ist: der Spagat zwischen Schauspielerei und Gesang fällt hier niemandem wirklich schwer, was die absurde Story durchaus glaubhaft macht. Harris überzeugt als Loser/Supervillain im moralischen Konflikt ohne dabei den Witz der Story außer Acht zu lassen. Fillion scheint wie geboren zum Macho-Theatraliker, allerdings ist Captain Hammer eine sehr, sehr dankbare Rolle. Ich weiß nicht ob Felicia Day ihre Rolle besonders schwer gefallen ist, ich hätte ein Problem mit Penny, der Unschuld, der Menschenliebe, der Maus. Keine Angst, ihre mentale Blumenschmeißerei bleibt nicht unkommentiert, schließlich ist der Regisseur immernoch Joss Whedon... nur so viel: Die Story lässt deutlich dunklere Töne nicht vermissen und Dr. Horribles Verlangen danach die Welt brennen zu sehen ist nicht allein durch ein übergroßes Ego motiviert. Stichwort: Status Quo.

Die Story (und so auch der Score) ist durchdachter als man meinen mag, wenn man genau hinhört. Sollte sie auch sein, wenn sich Joss schon mit seinem Bruder Zack (TV writer), Jed (Komponist) und dessen Frau Maurissa Tancharoen (Schauspielerin) zusammengesetzt hat, um diese kleine Perle zusammenzureimen. (An dieser Stelle kann ich mich nicht zurückhalten, Joss, Zack und Jed, was sind das für Eltern?) Ich habe mir das Ganze mitlerweile zweimal angesehen und den Soundtrack natürlich gekauft (ja, kein Scherz, richtig echt gekauft), um auch unterwegs weiteranalysieren und genießen zu können. Vor allem Akt III bietet ein Highlight nach dem anderen, weil ich allerdings nicht spoilern möchte verlinke ich hier nur das erste Stück, ein nerdiges kleines Liebeslied... uups, hab ich da etwa den Anfang eines Komplett Uploads bei Youtube verlinkt? Versehen...



Was geben wir Dr. Horrible's Sing Along Blog also in der Gesamtwertung?
Wichtig zu erwähnen ist in diesem Zusammenhang, dass man Musicals schon ein kleines Bisschen mögen sollte. Auch ich bin normalerweise kein großer Fan von derartigem (mit Ausnahme der Rocky Horror Picture Show natürlich) und Pennys Parts bereiten mir durchaus leichte Schmerzen, aber das furiose Finale (nicht zu vergessen Captain Hammers großartige Hymne) entschädigt dafür und so kann ich mit voller Überzeugung eine 9 von 10 vergeben.

Wer genauso fühlt und nach MEHR hungert: keine Sorge, Joss Whedon arbeitet an einer Fortsetzung! *aufundabwipptundfreut*

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