08.03.2010

Oscars 2010 - BINGO!

Und was für ein Bingo! Absolut verdient erhielt gestern tatsächlich Christoph Waltz den Oscar als bester männlicher Nebendarsteller für seine Rolle in Inglorious Basterds. Im Grunde hat daran wohl auch niemand wirklich gezweifelt, oder? Glückwunsch dazu!

Was mich am allermeisten gefreut hat: Avatar hat zwar die Preise für bestes Szenenbild, beste Kamera und beste visuelle Effekte abgeräumt, nicht aber die Oscars für die beste Regie und den besten Film. The Hurt Locker von Kathyrin Bigelow habe ich zwar leider (noch) nicht gesehen, aber generell freut es mich, dass mit diesem Film eben kein milliardenschwerer Blockbuster gewonnen hat, sondern eine deutlich kleinere, gehaltvolle Produktion.

Äußerst positiv überrascht hat mich in dieser Nacht auch die Horror-Film Montage. Da waren wirklich viele absolute Genre-Klassiker dabei, die ich im Rahmen einer Oscar Verleihung nie erwartet hätte. Als Horror Fan freut mich das sehr, schließlich haben mehr Hollywood Stars ihre ersten Schritte in diesem Bereich gemacht, als man gemeinhin denkt. Diese Anerkennung für eines der ältesten Film-Genres (denken wir da z.B. an Murnaus Nosferatu)war überfällig.

Der Abend stand insgesamt unter einem anderen Stern als die Verleihungen der letzten Jahre. Zwar protzte die Academy im Gegensatz zum Krisenjahr 2009 wieder an ein wenig mehr herum, trotzdem war der Aufwand nicht so übertrieben glamourös wie in den "fetten" Jahren. Die Botschaft des Abends ist eindutig: Qualität ist wieder der ausschlaggebende Faktor bei Hollywoods Prestige-trächtigstem Preis. Unter diesen Umständen, und vor allem ohne den Hang zu Selbstbeweihräucherung und übertriebenem Schnickschnack, kann man den Oscar vielleicht endlich wieder etwas ernster nehmen.

Auch Jeff Bridges Oscar (bester männlicher Hauptdarsteller), die zwei Oscars für Precious (bestes Adaptiertes Drehbuch und für beste weibliche Nebendarstellrin Mo’Nique) und auch Sandra Bulloks Auszeichnung (beste Hauptdarstellerin), passen in dieses Konzept. Letztere hätte man bis gestern wohl höchstens im Scherz als Oscar-Material bezeichnet. Da musste die Academy sicher ein wenig über ihren Schatten springen. Nicht, dass ich mir Sandra Bullok jetzt lieber ansehe als vorher... Wusstet ihr übrigens, dass Sie erst einen Tag bevor sie ihren Oscar mit nach hause nehmen konnte, auch die Goldene Himbeere (für "Verrückt nach Steve") erhalten hat? Damit hat sie in der Tat Filmgeschichte geschrieben.

Insgesamt war die Oscarverleihung der vergangenen Nacht recht erfreulich. Das lange Aufbleiben trotz schlechtem, kurzem Schlaf hat sich doch gelohnt.

Zum Schluss:
Schade: District 9 hat keinen Oscar bekommen hat, der Film hätte es wahrlich verdient. Außerdem hätte ich Quentins Basterds durchaus mehr als einen Preis gegönnt.
Freudig: Star Trek hat tatsächlich einen Oscar für das beste Make Up bekommen. Hell Yeah! Spock Ohren - eine absolute Erfolgsstory ;-)
Lächerlich: die vielen hässlichen Kleider, die weibliche Stars mal wieder zur Schau getragen haben. Höhepunkt in dieser Sparte war definitiv Jennifer Lopez in ihrem Mosntrum aus Luftpolsterfolie. "Pop pop hope noone sees me get freaky..."

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