30.03.2010

Der Geruch von Vinyl am Morgen

Es ist schon bemerkenswert: Eine Erfindung die über Jahrzehnte Millionen von Menschen mit Musik in den eigenen vier Wänden versorgt hat und in den 1980er Jahren langsam aber sicher von der CD (fast vollständig) vom Markt gedrängt wurde, erhält heute ein kaum da gewesenes Comeback. Die Rede ist natürlich von der guten alten Schallplatten.
Ironie des Schicksals ist in diesem Fall dass die CD sich nicht so lange hält wie eine Vinylplatte (bei vernünftiger Pflege). Viele Leute meiner Generation entdecken die schwarzen Tonträger gerade für sich neu. Es ist ja auch eine tolle Sache: Es gibt schon ein gutes Gefühl wieder einen Gegenstand in den Händen zu halten auf den die Musik gebannt ist der man lauschen möchte. Ganz im Gegensatz zum abstrakten MP3-Player "sieht" man ja auch woher die Musik kommt. Klar, bei der CD legt man auch einen Gegenstand in in ein Gerät, drückt einen Knopf und dann kommt die Musik. Allerdings ist durch den Brenner im PC und der Möglichkeit selbst CD's zu erstellen der kleine Silberling stark entmystifiziert worden und zur einer Massenware verkommen der man keine Träne hinterherheult.

Für mich persönlich ist nicht nur das analoge dass den Reiz an den Schallplatten ausmacht:
Ich bin noch sozusagen mit dieser Art des Musikkonsums aufgewachsen und verbinde darum ein großes Stück guter Erinnerungen mit den schwarzen Scheiben.

Angestachelt davon dass Simone sich am Samstag auf dem Flohmarkt in Leipzig einen alten Plattenspieler gekauft hat, habe ich gestern den Plattenspieler meines Dads aus der Versenkung geholt.
Abgesehen von einem leisen Rauschen dass der (ca. 35 Jahre alte) Verstärker von sich gibt, läuft alles noch perfekt. Daran erkennt man Qualität. Ein CD Player aus den 80ern würde es heute nicht mehr tun. Der mindestens 25 Jahre alte Schallplattenspieler läuft wie fabrikneu.

Der gestrige Abend war also eine kleine Ansammlung von Flashbacks in meine Kindheit.
Ich hab auf dem Boden gesessen, Pink Floyd gehört und durch die Plattensammlungen meiner Eltern gestöbert.
Bei dieser Suche in alten Zeiten sind mir auch ein paar kleine Schätze in die Hände gefallen. Ein paar Beispiele hab ich als Bilder eingefügt.

Jetzt brauch' ich nur noch losstiefeln und mir auch mal ein paar eigene Platten zulegen. :D

Um das Erfolgserlebnis des gestrigen Abends noch abzurunden hab ich auch noch meinen DVD-Player an den Verstärker gestöpselt und "Shining" eingelegt.
Mir ist vorher nie aufgefallen wie beängstigend der Soundtrack dieses Films ist. Klar, eine gewisse Grundstimmung kommt auch über den Fernseher rüber. Nur die wahre Tiefe des Sounds kriegt man echt nur über eine Anlage mit...

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