06.01.2010

The Host - Review

Wissenschaftler kippen, auf einem US-Stützpunkt, in Seoul (Süd Korea) giftige Chemikalien in den Ausguss. Einige Jahre Später steigt ein riesiges Monster aus dem Han-Fluss. Zufall? Wohl kaum.
Als am hellichten Tag das Vieh aus dem Wasser kommt um Nahrung zu sammeln, befindet sich auch die kleine Hyun-Seo am Han. Kang-Du, ihr Vater, muss hilflos mitansehen wie seine Tochter von dem Monster verschlungen wird.
Als er jedoch einen Anruf der totgeglaubten erhält, macht sich Kang-Du, mit seiner Familie auf die Suche nach seiner Tochter...

"The Host" ist zusammen mit "Godzilla - Final Wars" und "Cloverfield" einer der besten Monsterfilme der letzten Jahre.
Schon in den ersten Minuten geht es richtig zur Sache.
Erst werden die Chemikalen entsorgt. Schnitt.Zwei Jahre Später sehen zwei Fischer ein unbekanntes kleines Tier mit sehr vielen Beinen im Wasser.Schnitt. Ein Jahr später sieht ein Selbstmörder vor seinem "Abgang" in den Fluss ein "riesiges Schwarzes Ding" unter der Wasseroberfläche".Schnitt.Drei Jahre darauf steigt das Monster aus dem kühlen Nass und Läuft in Mitten von hunderten(!) Passanten und Touristen Amok.

Das Monster lässt sich schwer kategorisieren. Ähnlich wie bei Cloverfield (The Host war zwei Jahre früher) hat man darauf verzichtet zu erklären um was für ein Tier es sich handelt, dass hier durch die Pampa stampft. Es wäre auch nur halb so spannend gewesen wenn man gewusst hätte ob es nun ein Fisch, eine Kröte oder vielleicht doch etwas ganz anderes gewesen sein soll.

Die Umsetzung der Kreatur ist auch sehr gut gelungen. Auch wenn womöglich da wieder Leute wegen der CGI-Effekte geheult haben, ist das ganze sehr gut umgesetzt. Ein Mensch im Rubber-Suit hätte auch reichlich panne ausgesehen.

Im Grunde genommen habe ich mich recht weit aus dem Fenster gelehnt als ich oben den Film nur als "Monsterfilm" bezeichnet habe. Einerseits ist natürlich ein klassisches "Don't Fuck with Nature" Thema. Andererseits kommt noch die Kritik an der "Amerikanischen Überheblichkeit" nicht zu kurz. Außerdem drängen sich noch ein wenig Öko-Thiller und Drama mit rein.

Besonders der dramatische Ansatz rückt ab dem zweiten Drittel des Films immer mehr in den Vordergrund durch den "Konflikt" zwischen Kang-Du und seinen Geschwistern.

Regietechnisch hat man es hier mit einem sehr hochwertigem Werk zu tun. Allein die Atmosphäre die zu Beginn aufgebaut wird bevor das Monster das erste Mal zuschlägt hat schon was für sich:
Ein Gruppe Leute steht am Fluss und fragt sich was das für ein Ding sei das da von der Brücke baumelt. Als Zuschauer versucht man gleichfalls zu erkennen oder zu erraten was das bloß sein mag. Mit einem Satz landet das Ding im Wasser, verschwindet und kommt wenige Sekunden später wie ein Panzer aus Fleisch und Kochen das Ufer auf Die Gruppe/den Zuschauer zu gelaufen.
Ein sehr beklemmender/verstörender Moment, was man wohl den guten Effekten und dem ungewöhnlichen Setting zuschreiben kann.
Ein Spiel mit Urängsten an einem "unschuldigen" Ort.Vergleichbar mit dem Strand in "Der Weiße Hai".
Niemand wird verschont. Auf zu viel Selbstzensur wurde weiträumig verzichtet. Hier kommen Kinder, Erwachsene und auch alte Leute unter die Räder, was einen ernüchternden Realismus schafft den man eher selten in anderen Genrevertretern findet.

Fazit: The Host spielt ganz oben mit und brauch' sich nicht hinter Genre-Klassikern oder aktuellen Filmen zu verstecken. Deprimierendes Monster-Kino mit Verstand und Herz.
Teil 2 ist übrigens auch grad' in der Mache.
8,5 von 10




Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dein Kommentar erscheint, wenn er sorgfältig per Hand freigeschaltet wurde ;)