21.01.2010

The Blob (1988) - Review

"Bäh, schon wieder ein Remake!" oder "Den Säcken in Hollywood fällt auch nix neues mehr ein!" So oder so ähnlich hört man es durch die Fan-Gemeinden hallen wenn mal wieder ein Remake eines Filmklassikers angekündigt wird. "Dawn of the Dead", "The Texas Chainsaw Massacre" oder "The Hills Have Eyes" sind nur wenige Beispiele aus jüngster Vergangenheit für den "Remake-Wahn" der Hollywood-Produzenten.
Betrachtet man die Filmgeschichte genauer, so fällt einem auf, dass es mitnichten so neu ist ältere Filme für ein neues Publikum neu aufzupolieren.
Als die bekanntesten Vertreter der Remakes aus den 1980ern dürften wohl John Carpenter's "The Thing" (1982) und David Cronenberg's "The Fly" (1986) bezeichnet werden.
Leider viel zu selten erwähnt wird Chuck Russel's Remake von "The Blob" von 1988.
Chuck Russel dürfte dem einen oder anderen noch als Regiesseur von "A Nightmare on Elmstreet III - Dream Warriors" im Gedächtnis geblieben sein. Außerdem ist Russel noch für Filme wie "Die Maske" mit Jim Carrey, "Ereaser" mit Arnold Schwarzenegger und "The Scorpion King" mit The Rock bekannt.

Story: Ein Meteorit stürtzt in der Nähe eines Kleinen Städtchens ab. Im inneren des Meteoriten befindet sich eine gallertartige Lebensform die sofort beginnt sich unaufhaltsam durch das halbe Dorf zufressen. Mit jedem verzehrten Menschen nimmt das Monster an Größe zu. Nur Brian (Dorf-Rebell) und Meg (Cheerleader) kennen die eine Schwäche des Ungeheuers: Kälte.

"The Blob" ist ein lupenreines Creature-Feature wie es im Buche steht. Es mangelt (mir) an nichts. Es gibt ein (extrem) schleimiges Monster, total abgefrehte und eklige Gore-Effekte, coole Sprüche, comicartigen Humor und ein Schuss Sozialkritik darf auch nicht fehlen.

Besonders die Effekte sind wirklich von feinster Sorte. Man ist icht nur auf wirklich abgefahrene Ideen gekommen die Leute in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Die Ausführung kann sich wirklich sehen lassen. Selbst 22 Jahre die der Film schon alt ist, können nicht verhindern dass einem das eine oder andere "Boah!" oder "Meine Fresse!" entgleitet. Hut ab!

Was mich besonders überrascht hat waren die (Haupt-)Charaktere. Zuerst ist man schon recht befangen wenn man sich darüber bewusst wird dass tasächlich "der einzige Punk im Dorf" und die Cheerleader Tussie die beiden Helden des Films sein sollen.
Zu meiner Erleichterung entpuppen sich die beiden als absoluter Glücksgriff für's Dorf. Brian kann wirklich beweisen dass er tatsächlich etwas drauf hat und nicht "full of shit" ist wie der Rest der Kleinstadtbewohner. Meg entwickelt sich ziehmlich schnell nicht nur zu einer Sympathieträgerin, nein, sie mutiert sogar zu eine würdigen "Ripley-Nachfolgerin".
Shawnee Smith (Meg) dürften die meisten wohl als Amanda aus der SAW-Reihe kenn.
Mrs. Smith ist übrigens nicht das einzige "bekannte" Gesicht. Auch dabei sind Michael Kenworthy (aus Return of the Living Dead Part II), Paul McCrane (Robocop) und Bill Moseley [mit winziger Rolle] (aus Night of the Living Dead '90 und House of 1000 Corpses).

Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz. Selbstverständlich wartet der Film mit Witz schwärzester Sorte auf. Natürlich hat man neben den doofen Sprüchen der Protagonisten viel Spaß an den überdrehten Todesarten mit denen der Film um die Ecke kommt. Ein wenig Galgenhumor wird da schon von einem erwartet.
Auch Selbstreferenzen gibt es genug: Wenn ein Typ versucht im Mondlicht, im Auto seine neue Flamme zuvernaschen und letztendendes selbst gefressen wird ist schnell klar woher der Wind weht. Oder dass der Blob einen kleinen Mitternachtssnack in einem Kino einnimmt in dem gerade ein Horrorfilm läuft, lässt keinen Raum mehr für spekulationen was den Gehalt an Selbstironie angeht.

Wie schon gesagt, gibt es auch eine Prise Gesellschaftskritik. Diese zeigt sich als plötzlich Männer in ABC-Schutzkleidung auftauchen, das ganze Dorf unter Quarantäne stellen und die Anwohner als "entbehrlich" einstufen wenn es darum geht den Organismus zu fangen.

Alles zusammengerechnet ergibt einen großartigen Spaß für groß und klein wenn man sich mal wieder mit gepflegtem 80er Horror mit Ekel- und Trashfaktor bedienen will.
Freunde von Filmen wie "Night of the Creeps", "Slither" oder "Re-Animator" werden ihre wahre Freude am Blob haben.

8von10

1 Kommentar:

  1. Letztens lief das Original im TV und der sah echt lustig aus. Leider wars geschnitten as hell (TV halt)... oder einfach generell scheisse geschnitten. Da war die alte aber todes nervig, was aber auch an dem Bild der Frauen der späten 50er liegen mag (damals gehörten die ja auch alle noch hinterm Herd und die hatten die Fresse zu halten bzw. durften maximal rumkreischen ^^)

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