20.01.2010

Body Melt / Ghosts of Mars - Review

Kennt ihr das? Ihr seht einen Film der so scheiße ist, dass er euch nicht nur nicht gefällt, er macht euch sogar wütend weil er so kacke ist? Dieses Vergnügen hatte ich am vorletzten Samstag mit "Body Melt" und "Ghosts of Mars".
Zugegeben: Ich musste kein Geld ausgeben, über das ich mich hätte ärgern müssen, um die beiden Filme zu sehen. Body Melt war geliehen und Ghosts of Mars lief im Fernsehen. Trotzdem durchfuhr mich eine Welle aus Wut und Abscheu diesen Filmen gegenüber.




Body Melt


Angefangen hatte ich mit Body Melt (1993, Australien). Geschätzte 1.000.000 mal hatte ich die DVD bei Bati in der Hand mit dem Drang den Silberling auszuleihen. Freitag habe ich dann den Schritt gewagt um etwas Horror-Trash zum rezensieren zu haben und meine Neugier zu befriedigen. Hätte ich es mal besser gelassen...

Story: In der Vorstadtidylle Pebbles Court geht das Leben seinen gewohnten Gang. Just jene Gegend wählt die Firma Vimuville aus, um ein Produkt zu testen. Der Einsatz einer neuartigen Körperdroge hat jedoch fatale Auswirkungen auf die Bewohner: Mutation und körperlicher Zerfall führen unweigerlich zum Tod. (via)

So an sich klingt die Story ja recht viel versprechend. Wäre da nicht der an geistige Behinderung grenzende episodenhafte Erzählstil. Es ist zwar eine nette Idee, als eine kleine Homage an z.B. Tales from the Crypt oder The Twilight Zone, den Film in "Episoden" aufzurollen in denen beleuchtet wird, wie die einzelnen Bewohner auf die Droge reagieren bzw. was diese in Verbindung mit Vimuville erleben. Leider wirken die Stories zu unzusammenhängend, dumm oder uninteressant das man sich geistig einfach abwendet.

Eine Geschichte ging mir ganz besonders auf den Keks: Zwei Junge Männer sind auf dem Weg
nach Vimuville, da ihnen von der Firma ein gratis Wellness-Wochende versprochen wurde.
Auf dem Weg dorthin müssen die beiden mitten im Outback anhalten um ihre Windschutzscheibe reparieren zu lassen. Bei ihrem Glück handelt es sich bei dem Mechaniker und seiner Familie natürlich um einen Haufen Inzuchtgeschädigter, auf deren reichhaltigem Speiseplan auch Menschenfleisch steht.
Die Person ganz rechts im Bild ist übrigens die Tochter(!!!!) des Mechanikers. Yack!
Was an dieser Geschichte einfach stinkt ist, dass der Vater der Familie in einer Hosentasche der Jungs den Flyer von Vimuville findet und sich dann als ehermaliger Mitarbeiter des Konzerns herausstellt. Hä? Geht's noch? Ich weiss Zufälle sind der Stoff aus dem Filme gemacht sind. Aber das?

Ein weiterer Nerv-Faktor ist die Musik in diesem Filmchen. Während der Film lief dachte ich mir schon, dass der Regiesseur wohl Hobby-Techno-DJ sein muss. Sowas würde kein professionerller Musiker verzapfen. Richtig geraten! Philip Brophy kann sich nicht nur die Regie sondern auch den beschissensten Soundtrack aller Zeiten auf die Fahne schreiben. Die Stories hat er übrigens auch selbst geschrieben. Ich brech zusammen!

Das einzig (halbwegs) brauchbare an "Body Melt" sind die Effekte. Nette Ideen und auch gut ausgeführt. Das allein kann allerdings nicht für den Rest entschädigen.
Der Film ist einfach schlecht. Darum:
0von10
Patient tot.


Da ich keinen Trailer zu Body Melt ausfindig machen konnte poste ich an dieser Stelle mal einen kleinen Ausschnitt aus dem "Soundtrack".Uarks!


John Capenter's Ghosts of Mars


Story:
Mars im Jahr 2176: Eine Polizeieinheit soll den gefährlichen Kriminellen Williams (Ice Cube) zur Verhandlung überführen. Die Polizistin Melanie (Natasha Henstridge) ist der stellvertretende Führer der Einheit. Was keiner von ihnen weiss, ist, dass bei Minenarbeiten Ruinen einer alten Zivilisation freigelegt und zerstört worden sind. Dabei wurde eine überirdische Macht entfesselt, die jede außerirdische Lebensform (auf dem Mars die Menschen) vernichten will. Der Kampf ums Überleben fordert nun den Zusammenhalt von Polizisten und Kriminellen..... (via)

Wie auch schon bei "Body Melt" wirkt hier die Story ganz okay. Nur die Umsetzung ist ein cineastischer tritt ins Gesicht für Fans von John Carpenter und Horror-Freunde allgemein.

Was zum Teufel war da mit Carpenter los? Mir ging schon dieses Pseudo-Sequel-Remake "Escape from LA" auf den Sack, doch "Ghosts of Mars" ist meiner Meinung nach der schlechteste Carpenter-Film. Ever.

An diesem Film nervt mich einfach alles:
- Darsteller/Charaktere
- Effekte
- Dialoge
- Soundtrack

Die Darsteller sind einfach schlecht und kriegen garnichts gebacken.
Der weibliche Lead Natasha Henstridge hätte bei dem bleiben sollen was sie in "Species" gemacht hat: Die Klappe halten und nackt rumlaufen. Das soll jetzt nicht als sexistisch rüberkommen. Mehr kann sie nicht. Viele Leute sind nicht zu mehr in der Lage. Das was die Frau da abliefert tut einfach nur weh. Sie zieht die ganze Zeit ein Gesicht als würde ein Schild mit der Aufschrift "Das ist mein erster Tag" über ihrem Kopf schweben. Unsicher, unruhig und langweilig. All das was der Charakter nicht sein soll.
Was mir aber die Breche in den Hals getrieben hat war Ice Cube als 'Desolation' Williams.
Die typische eindeutig, pseudo dreidiminsionale, eindeutig zweidiminsionale Figur eines Gangsters mit halbwegs anständigem Kern und harter Schale. Langweilig!
Miese Oneliner sind hier immer willkommen.
Von Jason Statham fang ich garnicht erst an...

Die Effekte sind einfach ein Witz. Einerseits wollte man gerne die Props aus "Total Recall" recyceln und andererseits die Grafik von Mario Bros 3 für die CGI-Effekte nutzen. Sogar der Nebel der die Menschen einhüllt ist animiert und das auch noch peinlich schlecht.
Die Kulissen sehen aus wie Hotelanlagen in Disneyland und die Onscreen-Effkte werden sogar von "Starship Troopers 3" übertroffen.

Ich weiß diesen Kritikpunkt bringe ich oft (Hallo, Sonja!), doch die Dialoge sind so dermaßen platt, das man am liebsten auf Mute schalten will. Einer meiner Lieblingsdialoge findet kurz vor dem Ende statt. Die Überlebenden überlegen sich den naheglegenden Kernreaktor, der die Einrichtung mit Strom versorgt, zu sprengen um die Bessenen auszulöschen. Da fällt dann ein Satz wie "Dann haben sie eine kleine Atombome die 'BUMM' macht." Bitte? Eine kleine Atombombe die 'BUMM' macht? Soll das cool sein oder was?Und sowas zieht sich über den ganzen Film hinweg. Mir wird schlecht.
Sonst würde ich mich auch nich über blöde Dialoge beschweren. Ich sehe genug Trash und B-Movies. Doch das ist einfach nur peinlich da man von Carpenter viel besseres gewohnt ist.

Anscheinend was diser Abend nicht nur der der schlechten Filme, es war der Abend schlechter Filme mit schlechten Soundtracks. Für seine sonst so phänomenalen Scores wie z.B. "Escape from New York", "Halloween" und "The Thing" ist Carpenter mindestens genauso bekannt wie für die Filme an sich.
Bei Ghosts of Mars knüppelt ein hysterischer Trash Metal Score durch den Hintergrund der das ganze einfach nur billig und hohl wirken lässt. Bei IMDB sehe ich gerade dass Carpenter sich für den Soundtrack "Anthrax" dazu geholt hat. Ich mag zwar Trash Metal und auch "Anthrax" aber hier wäre der alte Weg doch besser gewesen als gezwungen einen auf modern zu machen.

So. Ich hör nu' auf zu meckern. Ich könnte noch ewig so weiter machen, allerdings liest sich das ohnehin keiner komplett durch. Vonwegen drastisch gekürzte Aufmerksamkeitsspanne. Dem schnelllebigen Internet sei Dank.^^

Also "Ghosts of Mars":0von10
verschwendete Zeit für Hersteller und Konsument.







Kommentare:

  1. Habs durchgelesen und ich weiss jetzt schon das ich mir Ghost of Mars spare. Wollte den eigentlich mal gesehen haben, hab den im TV aber immer wieder verpasst. Naja, kann ich mir dann ja getrost sparen. ^^ Danke Bender!

    AntwortenLöschen

Dein Kommentar erscheint, wenn er sorgfältig per Hand freigeschaltet wurde ;)