11.11.2009

Frankenstein Schuf ein Weib! - Review

Und was für eins!^^
Im vierten Frankenstein-Film aus dem Hause Hammer griff man (halbwegs) die Idee von "Frankensteins Braut" (1935 Universal) auf und ließ Baron Frankenstein (Peter Cushing) eine Frau erschaffen. In "Frankenstein created Woman" (1967) hat sich der Baron in ein kleines Dorf zurückgezogen, um seine Experimente fortzuführen. Mit Hilfe seines neuen Assistenten Hans und des Dorfarztes will Frankenstein eine Methode entwickeln, die menschliche Seele nach dem Tod, zu konservieren und später in den gesund gepflegten Körper zurück zu transferieren.
Als Hans durch einen "Justizfehler" (wegen Mordes am Vater seiner geliebten Christina) hingerichtet wird und sich daraufhin jene das Leben nimmt, nutzt Frankenstein die Gunst der Stunde um seine neue Erfindung zu am "lebenden" Subjekt zu testen:
Er heilt Christina's Körper und lässt Hans Seele hinein fahren.
Jedoch kommen mit Hans' Seele auch die Erinnerungen daran, wer tatsächlich für den Tod von Christina's Vater verantwortlich ist, wieder und der Rachefeldzug nimmt seinen Lauf...

Was Terence Fisher (Regie) hier abgeliefert hat ist eine bunte Mischung aus Revenge Movie, Slasher und Gothic Horror. Ich meine: Wer kommt schon auf die Idee einen "untoten" blondierten "Transvestiten" auf einen Rachefeldzug gegen die Mörder seines Vaters zu schicken?
Klar, wenn man den Film auf seine grundlegenden Elemente herunterkürzt hat man das gleiche wie immer: Frankenstein schafft ein Monster, das Amok läuft und Menschen umnietet.
Den Film darauf zu reduzieren wäre allerdings dumm. Denn der Horrorfilm als solcher soll ja mehr als nur Blut und Brüste zeigen.
In "Frankenstein schuf ein Weib" werden sogar moralische Fragen aufgeworfen. Wie zum Beispiel: "Können Kinder aus dem Schatten ihrer Eltern treten?", "Sollte man Menschen nur nach ihrem Aussehen beurteilen?" oder "Ist jeder Mensch ein potentieller Mörder?"
Auch wenn es sich bei diesem vierten Teil der Reihe um pures Exploitation Kino handelt, muss man nicht auf Subtext verzichten. Was man dem Autor Anthony Hinds zu verdanken hat, der schon beim ersten Teil "Frankenstein's Fluch" mitproduziert hat.
Genauso wenig muss man auf schauspielerisches Können verzichten. Peter Cushing liefert in seiner Rolle des Baron Frankenstein, wieder großartige Arbeit ab. Er spielt den Baron so selbstsicher, arrogant und cool als würde es sich beim Baron um einen Rockstar handeln der nebenher krebskranke Kinder heilt und noch die Bugs in Windows 7 behebt.^^

Trotz der Sparsamkeit was Effekte und Blut angeht, hat mir der Film viel Spaß gemacht.Ob er sich in Relation zu den Vorgängern bewährt, kann ich nicht sagen da ich bisher nur den ersten Teil gesehen habe.
7von10

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