27.10.2009

Der Omega Mann - Review

Wir schreiben das Jahr 1977.Die Menschheit hat sich gegenseitig durch bakteriologische Kriegsführung vernichtet.Nur Robert Neville (Charlton Heston [wer sonst]) hat den "biologischen Holocaust" gesund überlebt. Der Rest der Menschheit,diejenigen die nicht sofort gestorben sind, haben sich zu lichtscheuen Mutanten entwickelt die es nun auf den letzten Menschen abgesehen haben...

Bei "The Omega Man" ist, nach "The Last Man on Earth" von 1964, die zweite Verfilmung der Romans "I am Legend" von Richard Matheson. Waren es im Roman und dessen ersten Verfilmung noch Vampire mit denen sich Neville herumschlagen musste, so hat man 1971 den Stoff an die Zeit angepasst und nun eine offensivere Schiene gegen das Wettrüsten der verfeindeten Blöcke gefahren.Wie oben erwähnt, hat man sich dem Thema der bakteriellen Kriegsführung angenommen. Diese Idee ist zwar gut und gibt der Neuverfilmung des Stoffs eine Daseinsberechtigung.
Dennoch kann sich der Film einer gewissen Komik nicht erwehren. Fangen wir mal mit den Mutanten an: Die Typen laufen die ganze Zeit in glitzernden Kutten herum und tragen Sonnenbrillen. Klar, die sind lichtempfindlich.Darum kann ich über die Sonnenbrillen nochmal hinweg sehen. Aber diese Kutten! Ich weiß, dass die 70er die 70er waren.Trotzdem hätten die Kostümbildner über ihre eigenen Schatten springen und das Satin weglassen können.
Denn wenn man mal logisch vorgeht kommt (zumindest mir) kein vernünftiger Gedanke warum die Freaks, trotz ihrer Ablehnung von Mode und allen anderen Überbleibseln der Zivilisation, ausgerechnet den Discolook aufleben lassen sollten. Wenn man üblen Hautausschlag hat und kaum noch was sehen kann, kann man ja wenigstens schick aussehen.Die Sonnenbrillen erledigen den Rest.
Charlton Hestons Charakter hat so gewisse Züge die ich auch nicht so recht einordnen kann:
Er führt oft Selbstgespräche (wie man es nun mal als einziger Mensch auf der Welt macht). Nur bei ihm kann man oft nicht unterscheiden ob er nun verrückt ist, die ganze Situation nur mit Humor nimmt oder ob er schlicht besoffen ist.Über den ganzen Film verteilt sieht man ihn immer mit 'ner Flasche Sprit in der Hand oder mit einem Glas Hochprozentigen herumlaufen. So schwer kann es für einen Wissenschaftler nicht sein Tee zu kochen...Egal.
Klar, man kann das ganze einfach als smart und abgebrüht abtun.^^
Später trifft Neville dann auf eine (und später auf weitere) Überlebende. Lisa heißt die gute und ist quasi der Pam Grier Charakter im Film.Klug, Tough, Sexy und straight outta Harlem.Ich finde es super dass man eine schwarze Frau für die Rolle gecastet hat, da sich zwischen den beiden eine kleine Romanze entwickelt. So hat man wahrscheinlich auf ein wenig Getobe von Seiten der Konservativen spekuliert. Ähnliches gab es ja schon kurz zuvor in einer sehr populären Science Fiction Serie. Leider finde ich den Charakter etwas "over the Top" was dem Gesamtbild des Films allerdings keinen Schaden zufügt (da hier ja fast alles irgendwie over the Top ist).

Insgesamt fand ich "Der Omega Mann" sehr gut.Beim zweiten Mal sogar noch besser und nicht mehr soo (unfreiwillig) witzig wie beim ersten Mal sehen.
Durch das krasse Rot dass man für das Blut genutzt hat, dem Look der Mutanten und dem Aufbau der Sets entsteht eine gewisse Comic-Optik die stark an die britischen Horror Klassiker aus den Hammer Studios erinnert, was ich auch sehr cool finde.

Leider hat der Film eine dicke Priese Pathos auf die man wohl nicht verzichten konnte oder wollte. Vor allem am Ende wird eine Bildsprache verwendet die ich recht übertrieben fand.

Fazit:Gute und kultige Sci-Fi Unterhaltung mit Trash und Comic-Flair mit kleinen Schwächen.
6,5von10

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