19.07.2009

Louis Wain - Katzen und Schidzophrenie

Beim stumbeln bin ich auf dieses Video gestoßen und da ich mich für Kunst, Wahnsinn und Katzen interessiere, konnte ich dem Drang nach mehr Informationen nicht wiederstehen. Das Googeln hat sich mal wieder gelohnt, Louis Wain ist tatsächlich ein interessanter Künstler und wer sehen will, wie sich seine Katzen von dieser sehr naturalistischen Darstellung zu absolut abgefahrenen, schrill bunten, geometisch abstrakten Kunstobjekten verwandelt haben, der lese weiter (oder sehe sich einfach nur die Bilder an...).

Louis Wain, geboren am 5. August 1860 schmiss mit 20 seinen Job als Lehrer um Maler zu werden. Er zeichnete vor allem Tiere und und Landschaften und arbeitete für verschiedene Magazine. Mit 23 heiratete er seine 10 Jahre ältere Frau, Emily Richardson, die allerdings schon drei Jahre nach der Hochzeit an Krebs starb. Während ihrer Krankheit beschäftigte Wain sich damit, ihrem Kater Peter kleine Kunstücke beizubringen um sie aufzuheitern.

Außerdem begann er damit, antropomorphisierte Katzen zu zeichnen. Damit wurde er schnell sehr bekannt und seine Werke fanden einzug in viele Haushalte. Sind ja auch drollig, die Bilder. Wie bei den meisten Künstlern macht Erfolg allein aber noch kein Vermögen und auch ein kurzer Trip nach New York 1907 um dort Comic Strips zu zeichnen, war nicht sehr ertragreich. Ungefähr nach seiner Heimkehr nach England wurde sein Geisteszustand immer instabiler, so wei sein Ruhm. Weil es immer schwieriger wurde mit ihm umzugehen wurde er 1924 ins Springfield Mental Hospital in Tooting befördert. Dort wurde er später von Liebhabern seiner Werke entdeckt, die Spenden für ihn sammelten, sodass er den Rest seines Lebens in einem komfortableren Krankenhaus mit Garten und einer Katzenkolonie verbringen konnte.

Ob es sich bei seiner Geisteskrankheit um Schidzophrenie gehandelt hat ist immernoch fraglich, es gibt auch Theorien, die ihm eher eine Art Asperger Syndrom zuschreiben. Fakt ist, dass Wain auch während sein geistiger Zustand sich verschlimmerte nicht damit aufhörte Katzen zu zeichnen. Die Bilder wurden zunehmend abstrakter und werden noch heute gerne als Beispiele für den Stil- und Wahrnehmungswandel eines Schidzophrenen verwendet. Allerdings scheint Wain, während er mit diesen neuen Formen experimentierte, trotzdem noch normale Katzen gemalt zu haben. Es ist also fraglich, ob man es wirklich mit dem reinen Produkt eines Geisteskranken, oder einem Künstler zu tun hat, der nichts weiter tut, als dem zeitgenössischen Hang zur Abstraktion in der Kunst zu folgen. Auch die Tatsache, dass Wains technische Fähigkeiten über die Zeit seiner Krankheit hinweg nicht abnahmen, spricht gegen Schidzophrenie. Quelle

Sei dem, wie es wolle. Wains Bilder machen jedenfalls eine krasse Verwandlung durch und es lohnt sich, sie anzuschauen! Und wer Katzen mag, sollte Wains Geschichte und seine Werke kennen. ^^

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