03.04.2009

Sommer in der Stadt

Die Welt ist im Wandel. Ich spüre es im Wasser. Ich spüre es in der Erde. Ich rieche es in der Luft. Manchmal geht es so schnell, dass man es gar nicht mitbekommt. Vor ein paar Tagen liefen die Menschen noch mit zerknischten Gesichtern und windgebeuteltem Haar herum, krampfhaft ihre Jacken und Schals haltend. Heute scheint die Sonne und die Stadt trägt ein sonnenbebrilltes Lächeln.

Hallo. Mein Name ist Troy Mcclour und sie kennen mich vielleicht aus Posts wie "Wintereinbruch" , "90" oder "Me so on fire feeling hot hot hot". Schon damals habe ich mich mit dem Phänomen der Jahreszeiten befasst. Trotz alledem sind wichtige Fragen offen geblieben. Einer davon wollen wir uns heute widmen. Genau wie ich haben sie sich sicher immer gefragt, wann genau sie wissen, dass der Winter vorbei ist und der Frühling beginnt? (Sicher, es gibt viele offensichtliche Anzeichen dafür. Aber tun wir einfach mal so als wäre das nicht der Fall...) Nun, dieser Post hat die Antworten für sie:

1. Sie treten weniger oft in Hundescheiße, weil Menschen mit vierbeinigen Freunden sich tatsächlich die Mühe machen in den Park um die Ecke zu gehen, anstatt ihre kleinen Lieblinge auf dem Bürgersteig oder der Einfahrt vor ihrem Haus den Darm entleeren zu lassen.

2. Das Radio spielt ihre Lieblings-Sommerhits! Wer erinnert sich nicht gerne an Bailamos, Bailando, We're going to Ibiza, Veo Veo, The Ketchup Song, Sommer of 69, Coco Jumboo und fast jede andere beatgebeutelte Musikleiche aus den 90gern.

3. In amerikanichen Sitcoms wird es Winter.

4. Sie haben all denen gegenüber keine wetterbedingte Entschuldigung mehr, die sagen: Warum stitzt du hier stumpf am Rechner und surfst/blogst/zockst/twitterst anstatt da draußen zu sein und irgendetwas mit deinen echten Freunden zu machen?!!!

5. Sie fühlen sich vollends berechtigt eine Sonnenbrille zu tragen. Nicht wie im Oktober, wenn die Sonne zwar blendet, aber die Minusgrade alle um sie herum glauben lassen, sie würden jede Gelegenheit ausnutzen, um cool zu wirken.

6. Menschen mit unnatürlicher und ungesunder Asi-Toaster-Bräune fallen nicht mehr nur auf, weil ihr mumienartiges Gesicht aus der Menge Blasshäutiger heraussticht, sondern weil sie diejenigen sind, die am wenigsten Kleidung tragen. Die verbliebenen Fetzen sind weiß, babyblau oder rosa und gehen mit der präcancerosen Bräune und den verblichenen Arschgeweihen einen albtraumhafte farbliche Symbiose ein.

7. Die ersten fetten Arbeitslosen/Rentner hängen sich (meist paarweise) rauchend aus den Fenstern und blicken in guter alter Muppet-Opa Manier hinab auf ihr Reich. Wie haben wir sie und ihre Ablehnung für all das, was wir tun, vermisst!

8. Von irgendwo hört man eine Kreissäge.


Aber mal im Ernst. Es ist wirklich sowas von warm draußen! Ich war kurz mit Mila beim lokalen Ramschladen, konnte im T-Shirt gehen und hätte mir auch eine 3/4 Hose erlauben können. Herrlich! Dabei ist es nun auch nicht sooo warm, dass es unangenehm wird. Genau richtig, sozusagen. Sicher, das Aprilwetter ist eine Hure und könnte mich jederzeit betrügen. Aber ich genieße einfach den Moment. Frühlings-Hedonismus und plötzlicher Tatendrang, ich bin eine Solarzelle!

Heute abend gehts gen Moritz für einen netten kleinen Videoabend, unter anderem mit Pink Flamingos. Ansonsten genieße ich meine restlichen Ferientage und recherchiere ein wenig für meine letzte Hausarbeit. Und jetzt gehe ich vielleicht raus auf den Balkon und lese...
Und zum Thema Sonne auch das obrige Bild, Bela Lugosi als Dracula.

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