27.01.2009

Sick Bastard

Bis vor kurzem dachte ich noch der T-Shirt-Spruch "Montags könnt ich kotzen" wäre gerechtfertigt. Freitag wurde ich eines Besseren belehrt.
Der Tag hatte eigentlich ganz normal angefangen: 07:30 Uhr aufstehen, duschen, Frühstücken und zur Uni. Schon als ich vorm Interimsgebäude am Brühl ankam war ich fünf Minuten zu spät. Soweit so gut, so was kann man verkraften. Dann ist mir, cooler weise, der Fahrstuhl vor der Nase weggefahren. Doch ihr kennt mich. So einem gewieften Schweinehund wie mir pisst so was ja noch nicht in die Suppe. Voller Tatendrang wollte ich also die Stufen benutzen. Irgendwann fingen dann meine Beine und meine Lunge an zu brennen. "Mist, 4. Stock!" "Wohin muss ich nochma? Crap, 9. Stock!!!" oO
Also hab ich den Rest auch noch zu Fuß hinter mich gebracht. Bin ja 'n zäher Brocken. Oben angekommen hab ich mich erstmal 5 Minuten an die Wand gelehnt und tief durch
geatmet. Und gehustet. Im Lateinraum angekommen, noch röchelnd, komm' ich natürlich sofort mit Übersetzten dran. Den Satz hab ich dann, extra etwas stockend, von meinem Nachbarn (der schon vorgearbeitet hatte) abgelesen um nicht verdächtig zu wirken bzw. den Anschein zu erwecken ich würde es ablesen. Verdammt clever. Wenn das nicht verdammt intellektuell ist weiß ich auch nicht.
Dann folgten ca 60 (gefühlte 400) Minuten Lateinunterricht.
Danach bin ich dann zu meiner (unheimlich tollen) Mittelalterübung gefahren, die ich mir auch genauso gut hätte sparen können. Wappen sind nicht so wirklich mein Thema in Geschichte. Genauso wenig wie Stammtafeln.
Während der Veranstaltung hab ich dann von Simone eine SMS bekommen dass ich sie von der Arbeit abholen kann da sie ihre 2. Schicht ausfallen lassen wollte.
Nachdem wir n bisschen in der Stadt herum gelaufen waren, hatte Simone die geniale Idee zu Burger King zu gehen. Die Idee klang besonders toll da sie 'ne Runde schmeißen wollte. Nachdem wir unsere Menüs runter hatten, dachte ich es wäre nett die Spendierhosen an zuziehen. Also habe ich uns je einen Hot Muffin mit Eis geholt. Das hätte ich besser gelassen.
Auf dem Weg nach Hause wurde mir schweine-übel. Zu dem Zeitpunkt und noch zwei Stunden später hab ich die Übelkeit noch für Überfressung gehalten die ich einfach wegpennen könnte.
Tja, nix da. Nach etwa 90 Minuten Schlaf/Rumwälzen musste ich dann aufs Klo.

Mittlerweile war es nach 19:00 und keine Apotheke hatte mehr offen. Also war Simone so nett für mich bis in die Innenstadt zur Notdienst-Apotheke zu fahren. Mit Imodium-Akkut, Perentorol, Aspirin und 27€ weniger in der Brieftasche kam Simone dann nach einer Stunde wieder. In der Zwischenzeit hatte ich es mir dann mit "A Clockwork Orange" vor der Glotze "bequem gemacht".
Natürlich hab ich mir sofort die volle Dröhnung an Medikamenten gegeben.
Ohne Erfolg. Nix hat geholfen. Mir ging's hundeelend und ich musste alle 10 Minuten aufs Klo. So ca. 0330 morgens bin ich dann auf dem Sofa eingepennt und schließlich ins Bett gewandert. Der nächste Tag stand im Zeichen der Keramikschüssel. Zwei bis vier Mal pro Stunde bin ich zum Klo gerobbt. Ich denke ich würde mittlerweile aussehen wie eine Trockenfrucht wenn ich nicht soviel Tee an dem Tag getrunken hätte.
Am Sonntag ging es wieder einigermaßen. Zumindest hab ich da nicht mehr darüber nachdenken müssen ob ich mir nicht einfach den Fernseher ins Bad stellen soll.
Da gestern meine Diarrhö noch immer nicht verschwunden und zu allem Überfluss Simone die Nacht nicht pennen konnte da ihr die ganze Zeit schlecht war, hatten wir uns dann entschlossen zum Arzt zu gehen. Gesagt getan. Beim Arzt angekommen, erstmal ins Wartezimmer. Oder wie ich es gerne nenne: Die Vorhölle. Dieses widerliche Neonlicht in Verbindung mit einer zu hoch aufgedrehten Heizung, verschlossenen Fenstern, alten zerlesenen Zeitschriften und Schlagern im Radio haben meine Magenkrämpfe und meine Übelkeit nicht gerade mit "Happyness" überschüttet. Auch geil war es mit anzusehen wie ein Privatkassen-Patient nach dem Anderen früher dran kam als wir owohl er eine 1/2 Stunde später da war als wir. Nach 90 Minuten Wartezeit waren wir dann an der Reihe.
Für ein jeweils Dreiminutengespräch. -.-
Also Medikamente und eine Krankschreibung bekommen und gut ist.
Nun Sitz ich hier mehr als 24 Stunden Später und dank der Medikamente war ich seit gestern Abend nur einmal auf dem Klo.


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