10.11.2008

Die Nacht der lebenden Toten - Review

Inspiriert von 50er Jahre EC-Comics und Alfred Hitchcock hat man 1968 den Grundstein für das moderne Horrorkino gelegt. Während sich das Mainstreamkino mit Monstern aus dem Weltall und von radioaktiven Rieseninsekten beschäftigte kam der Horror bei George A. Romeros ersten Spielfilm aus der Bevölkerung selbst....

Babara und ihr Bruder Johnny finden sich nach stundenlanger Autofahrt auf einem Abgelegenen Friedhof ein um einen Kranz auf das Grab ihres Vaters zu legen. Als ein, scheinbar verrückter, Mann Johnny angreift und tötet flieht Barbara in ein nahegelegenes, offenbar verlassenes, Landhaus. Dort findet Babara eine stark verstümmelte Leiche und trifft auf Ben der ebenfalls auf der Suche nach einem sicheren Unterschlupf ins Landhaus flieht. Es stellt sich heraus, dass überall im Umland Menschen von scheinbar toten angefgriffen, getötet und verspeist werden.Im laufe der Nacht spitzt sich die Situation zu: Immer mehr Untote Menschenfresser versuchen sich ihren Weg in das Haus zu bahnen um ihre Gier nach Menschenfleisch zu stillen...

"Night of the living Dead" ist DER Klassiker des Horrorfilms. Kaum ein Film hat das Genre derartig beeinflusst wie Night. Story, Charaktere und Fotographie werden hier bis ins Detail ausgereizt.

Die Komposition der Bilder erinnert dabei oft an Hitchcocks Klassiker "Psycho" während die Story sich stark von der ersten "I am Legend"-Verfilmung "The Last man on earth" inspirieren lässt. Ein Plagiat oder ähnliches kann man George Romero jedoch nicht vorwerfen. Das Bild einer Welt am Abgrund die durch den Mikrokosmos des Landhauses repräsentiert wird, und die damit verbundenen Konflikte lösen sich stark von ihren graphischen "Ziehvätern" ab und bilden etwas völlig neues.

Besonders was Rollenbilder innerhalb der Gesellschaft angeht schafft der Film neue Perspektiven. Allein die Tatsache, dass der Protagonist Ben Afroamerikaner ist und seine Abstammung nie im Laufe des Films Thema wird ist ein großer Fortschritt. Besonders im Amerika der 1960 Jahre. Die Abstammung des Protagonisten ist hier allerdings keine zwanghafte Massage sondern rührt nur von der Tatsache, dass Duane Jones lediglich der beste Schauspieler war der für die Rolle des Ben vorgesprochen hat. Man sah darin auch keinen Grund das Drehbuch zu überarbeiten.

Auch die Darstellung von Gewalt wird hier überarbeitet. Verstümmelte Leichen, Kopfschüsse und Leichen die vor laufender Kamera gefressen werden finden ihren Weg aus den EC-Comics der 50er auf die Leinwand. Als bekennender Fan solcher Comics, war es Romero selbst der den Anstoß derartige Motive in den Film einzubauen.

Schon kurz nach seiner Veröffentlichung wurde "Night" zu Kult. Der Film entwickelte sich zum beliebten Midnight Movie und fand schließlich 1978 seine Fortsetzung in Dawn of the Dead. Dadurch wurde das Subgenre des Zombiefilms fest in die Horrorwelt eingebaut und stellt heute schon fast eine Art Subkultur dar die durch Fortsetzungen der Dead-Reihe von George Romero selbst, Filmen anderer Regisseure, Comics, Videospiele etc "am leben erhalten" wird.

Night of the living Dead wurde sogar 1990 in einem Remake (Dt. Titel "Die Rückkehr der Untoten") neu aufgearbeitet. Mit neuen Ansätzen und Perspektiven stellt dieses Remake eine perfekt in unsere Zeit passende Ergänzung zum Original dar.

Bei Interesse am Original kann ich an dieser Stelle das 3 Disk Steelbook von New KSM empfehlen. Darin sind die Original Version, die Farbfassung und eine Bonus Disk enthalten.

Fazit 9von10

1 Kommentar:

  1. Ich persönlich fand die übertrieben hysterische Barbara ja furchtbar anstrengend und hätt an den Stellen am liebsten vorgespult.

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